Lokomotivfabrik und Werksbahn

Maschinenbauhalle M 1, 1930er-Jahre. Quelle: Archiv der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte(DGEG-Archiv)
Lokomotivfabrik Maschinenbauhalle M 1, 1930er Jahre. Quelle: DGEG-Archiv

Für die Entwicklung der Krupp'schen Gussstahlfabrik war der Bedarf der Eisenbahnen seit den 1840er-Jahren von herausragender Bedeutung. Die Epoche machende Erfindung Alfred Krupps von 1851/52, der nahtlose Radreifen, für die das preußische Patent angemeldet wurde, war 1875 die Grundlage für die „Drei Ringe“ als Firmensymbol, das bis heute Verwendung findet.

Die Lokomotivproduktion nahm Krupp erst nach dem Ersten Weltkrieg im Zuge der Umstellung auf zivile Produkte auf. Am 10. Dezember 1919 wurde die erste Lokomotive ausgeliefert. In den 1920er-Jahren wurde das rund 450.000 Quadratmeter große Gelände zwischen heutiger Hövel- und Bamlerstraße für die werkseigene Eisenbahn erschlossen. 1937 wurde der Plan gefasst, das Gelände durch den Bau einer alles überragenden fünfschiffigen Maschinenbauhalle  (M 1) zu vervollständigen. Mit einer Grundfläche von 40.000 Quadratmetern und Krananlagen mit bis zu 150 Tonnen Hubkraft war die 1938 fertig gestellte M 1-Halle eine der größten Maschinenbauhallen Europas.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte die Lokomotivfabrik in der M 1-Halle als erster Krupp-Betrieb mit alliierter Genehmigung die Arbeit wieder aufnehmen. Zuletzt wurde die Halle nur noch zu Lagerzwecken genutzt. Da eine neue wirtschaftliche Nutzung im Rahmen des Ende der 1990er-Jahren angelegten M 1 Gewerbeparks nicht gefunden werden konnte, wurde die Halle schließlich abgerissen. Einzig ein bei Dunkelheit farbig illuminiertes Stützenfragment der Halle am Eingang der Straße „Am Lichtbogen“ erinnert noch an die vergangene Größe von M 1. Für die weltweit gelieferten Lokomotiven unterschiedlicher Spurweiten wurde 1955 neben der M 1-Halle eine heute noch in Resten bestehende Probestrecke eingerichtet.

Die an der Helenenstraße gelegene ehemalige Halle M 3 verweist auf die Ursprünge des Krupp'schen Lokomotivbaus. Die bereits 1916 gebaute Maschinenbauhalle M 3 wurde 1925 für den Betriebsbereich Lokomotiv- und Wagenbau (LOWA) zur Fertigung von 400 Lokomotiven pro Jahr ausgebaut. Die Halle wird heute von verschiedenen Firmen weiterhin gewerblich genutzt. Die gegenüberliegende Halle M 2 ist früher ebenfalls für den Bau von Lokomotivteilen genutzt worden. Der Lokomotivbau in Essen endete am 3. März 1997. Letztes gefertigtes Fahrzeug war ein ICE2-Triebkopf für die Deutsche Bahn.

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Kontakt & Infos

Gewerbepark M 1
Ehem. Lokomotivfabrik und Werksbahn Krupp
Am Lichtbogen/Bottroper Str./Helenenstr./Zollstr.
45127 Essen-Bochold

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Bus SB16, 166 oder 196 bis „Gewerbepark M1“