Ruhr-Sieg-Strecke

Bahnhof Hagen-Kabel. Foto: RIK / R. Budde

Die 106 Kilometer lange Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen wurde zwischen 1859 und 1861 von der Bergisch Märkischen Eisenbahn (BME) erbaut. Sie ist damit die älteste und bis heute bedeutendste Eisenbahnstrecke, die das Ruhrgebiet mit dem angrenzenden südwestfälischen Raum verbindet.

Erste Ansätze zur Schaffung einer Bahnstrecke von Hagen nach Siegen gab es bereits 1833/34. Die Gewerken der Siegerländer Eisenerzgruben waren bestrebt, eine günstige Verbindung zu ihrem Hauptabsatzgebiet, der ehemaligen Grafschaft Mark, zu schaffen. Auch dort regte sich früh der Wunsch nach einer Verbindung mit dem Siegerland. Alternativ zu der letztlich realisierten Verbindung durch das Lennetal war zunächst auch eine Bahn durch das Volme- und Biggetal geprüft worden.1856 wurde schließlich ein Vertrag zwischen BME und dem Königlichen Eisenbahnkommissariat geschlossen, mit dem sich die BME zum Bau und Betrieb der Strecke bereit erklärte. Bereits am 21.3.1859 konnte das erste 21 km lange Teilstück von Hagen nach Letmathe in Betrieb genommen werden, wo auch die erste Lokstation eingerichtet wurde. 1860 folgte der kurze Abschnitt nach Altena und am 6.8.1861 die Relation von Altena über Finnentrop nach Siegen. Die gesamte Strecke hatte man zunächst nur eingleisig ausgeführt, aber bereits 1872 erfolgte der zweigleisige Ausbau.

Zum 1.1.1882 wurde die BME verstaatlicht. Eine wichtige Erweiterung erfuhr die Ruhr-Sieg-Strecke mit der Eröffnung der Strecke Weidenau – Haiger am 1.12.1915. Die Linie entwickelte sich dadurch zu einer Nord-Süd-Güterzugmagistrale und konnte wesentlich zur Entlastung der Bahnstrecken am Rhein beitragen. Die Aufnahme des elektrischen Betriebes auf der Strecke Hagen –Siegen - Gießen erfolgte am 14.5.1965.

Aus der Frühzeit der Bahn haben sich eine beachtliche Zahl von Hoch- und Ingenieurbauten erhalten. Hierzu zählen neben den Tunneln und Brücken auch mehrere Empfangsgebäude, die heute teils für öffentliche Nutzungen, teils für Wohnzwecke neu genutzt werden.

Ausgehend von der Ruhr-Sieg-Strecke entstanden um 1900 zahlreiche Kleinbahnen, die in der Spurweite von einem Meter angelegt wurde und der Verkehrserschließung der Metallindustrie in den engen Tälern des Märkischen Sauerlandes dienten. Zu ihnen zählten die Iserlohner Kreisbahn, die Hohenlimburger Kleinbahn, die Kreis Altenaer Eisenbahn und die Plettenberger Kleinbahn. Als letzte dieser Bahnen wurde die Hohenlimburger Kleinbahn 1983 stillgelegt. Sie verband die zahlreichen Industriebetriebe im Nahmertal, zumeist der Kaltwalzindustrie, mit dem Staatsbahnhof Hohenlimburg. Vor der Firma Wälzholz im vorderen Nahmertal ist eine der zuletzt verwendeten Diesellokomotiven dieser Bahn als Denkmal aufgestellt. Eine baugleiche betriebsfähige Lokomotive ist bei der Märkischen Museumseisenbahn im Einsatz. Diese auf einer ehemaligen Bundesbahnstrecke zwischen Plettenberg und Herscheid neu aufgebaute Museumsbahn will die Erinnerung an die Kleinbahnen im Sauerland wachhalten: Märkische Museumseisenbahn e.V. - Sauerländer Kleinbahn - Bahnhof Hüinghausen, Elsetalstraße 46, 58849 Herscheid-Hüinghausen, www.sauerlaender-kleinbahn.de 

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