Bergmannsheil

Bergmannsheil. Foto: RIK / R. Budde

In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre plante die im Zuge der Entstehung des deutschen Sozialversicherungssystems neu gegründete Bergbau-Berufsgenossenschaft zusammen mit der Berggewerkschaftskasse in Bochum und dem Verein für bergbauliche Interessen in Essen die Gründung eines Krankenhauses in Bochum. Als erstes reines Unfallkrankenhaus der Welt wurde 1890 das Bergmannsheil in Bochum eröffnet. Ziel war die ärztliche Versorgung der zahlreichen Verletzten des Bergbaus und darüber hinaus auch ihre Rehabilitation, wofür bereits 1892 ein „medico-mechanisches“ Institut eingerichtet wurde.

Aus den Anfängen heraus entwickelte sich das Krankenhaus nach und nach zu einer der größten Unfallkliniken Deutschlands. Bald ging es aber nicht mehr allein um die Versorgung der Unfallverletzten, sondern ebenso um die medizinische Betreuung des an den typischen Berufskrankheiten erkrankten Bergmanns. Auch blieb es nicht allein bei der praktischen Arbeit. Das Bergmannsheil wurde zu einem Ort der Forschung bergbautypischer Krankheiten und gleichzeitig eine bedeutende Lehr- und Ausbildungsstätte. Bahnbrechende Arbeit leisteten die Ärzte z.B. bei der Erforschung und Erkennung der Staublungenerkrankung, an der viele Bergleute litten und die 1929 entschädigungspflichtig geworden war. Das gleiche gilt auf dem chirurgischen Gebiet. Hier standen die Erkrankungen durch Erschütterungen bei der Arbeit mit Pressluftwerkzeugen und die Meniskusschäden der Bergleute im Vordergrund. Bis auf den heutigen Tag sind dem Bergmannsheil immer wieder neue medizinische Abteilungen angegliedert worden. Seit 1977 ist es Universitätsklinik der Bochumer Ruhr-Universität, 1994 eröffnete das Bildungszentrum Bergmannsheil.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Bergmannsheil schwere Bombenschäden, sodass die klinische Tätigkeit in andere Bochumer Krankenhäuser verlegt werden musste. Bereits 1946 begannen die Wiederaufbauarbeiten, die sich über mehr als zehn Jahre hinstreckten. Seitdem ist das Bergmannsheil baulich immer wieder erweitert und umgestaltet worden.

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Berufsgenossenschaftliche Kliniken
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