Bergschule TFH Georg Agricola

Bergschule TFH Georg Agricola. Foto: RIK / Guntram Walter
Bergschule TFH Georg Agricola. Foto: RIK / Guntram Walter

Die ehemalige Bergschule, seit 1995 Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum, geht in ihren Anfängen auf das Jahr 1816 zurück. Der Aufschwung der Schule begann in den 1860er Jahren, als der expandierende industrialisierte Bergbau zunehmend qualifiziertes Personal im Bereich der mittleren Leitungsebenen nachfragte. Er ist untrennbar mit Hugo Schultz (1838-1904) verbunden, der 1869 zum Direktor und Geschäftsführer der Westfälischen Berggewerkschaftskasse berufen wurde, einer Gemeinschaftsorganisation des Ruhrbergbaus, die als Trägerin der Bildungseinrichtung fungierte. Schultz schuf neue Bildungsgänge, eröffnete im Ruhrgebiet zahlreiche Zweigstellen und entwickelte das „Bochumer Modell“, nach dessen Vorbild in den folgenden Jahrzehnten das deutsche Bergschulwesen reorganisiert wurde.

Die Bochumer Bergschule entwickelte sich bald zur größten und mit Abstand bedeutendsten im Deutschen Reich. Vor dem Ersten Weltkrieg absolvierten hier bis zu zwei Drittel aller Schüler ihre Ausbildung; der Anteil in der Fachrichtung Steinkohlenbergbau war noch höher. Neben der klassischen Steigerlaufbahn bot die Schule als Reaktion auf die zunehmende Mechanisierung der Zechen nun zahlreiche Sonderlehrgänge im maschinentechnischen und bald auch elektrotechnischen Bereich. Erst in den 1930er Jahren folgte der langsame Übergang zur Bergberufsschule, die mit der Erhebung des Bergmannsberufs zu einem offiziellen Ausbildungsberuf ab 1940 obligatorisch wurde.

Angesichts des starken Aufschwungs der Bochumer Bergschule reichten die Räumlichkeiten schon bald nicht mehr aus. Zwischen 1897 und 1899 ließ die Berggewerkschaftskasse daher durch die Kölner Architekten Franz Brantzky und Martin Remges an der Herner Straße das heute noch bestehende neue Schulgebäude errichten. Nach Kriegszerstörungen folgten 1960 bis 1962 der Umbau und die Aufstockung des Dachgeschosses. An Hugo Schutz, auf dessen weitreichende Initiativen auch die Förderung der Markscheiderei, die geologische Erforschung des Ruhrgebiets sowie die Anfänge des Bergbau-Museums zurückgehen, erinnert seit 1908 ein von dem Bildhauer Gustav Pillig gestaltetes Denkmal vor der Bergschule.

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Kontakt & Infos

Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum
Herner Str. 45
44787 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 968-02

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Von Bochum Hbf / Herne Bf mit U-Stadtbahn U 35 bis "Deutsches Bergbau-Museum"