Kokerei Hansa

Kokerei Hansa. Foto: RIK / Guntram Walter
Kokerei Hansa. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Kokerei Hansa wurde 1926-28 von der Vereinigten Stahlwerke AG errichtet und war eine von insgesamt siebzehn Großkokereien im Ruhrgebiet, die im Zusammenhang mit den Rationalisierungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entstanden. Im Zuge der Aufrüstung wuchs sie bis 1941 zur größten Kokerei im Ruhrgebiet. Die Anlage steht für die Gasverbundwirtschaft der Ruhrindustrie. Ab 1928 lieferte sie Koksgas an das Union-Hüttenwerk, das im Gegenzug Gichtgas zur Beheizung der Koksöfen abgab. 1930 wurde die Kokslieferung an die Ruhrgas-AG aufgenommen.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Kokerei Kaiserstuhl wurde die Kokerei Hansa 1992 stillgelegt. Ein Erlebnispfad erschließt heute Technik, Geschichte und die seit der Stilllegung entstandene Vegetation, die Hansa zu den interessantesten Standorten der "Industrienatur" macht. Die Besucher können sich das Denkmal erwandern und dabei sowohl die besondere Faszination der Anlage und das kontrastreiche Miteinander von Technik und Natur erleben als auch die Funktionsweise der Kokerei kennenlernen. In den Räumen der ehemaligen Waschkaue ist eine Ausstellung über die Kokerei Hansa zu sehen. Einen Höhepunkt der Besichtigung bildet die Kompressorenhalle mit fünf imposanten dampfangetriebenen Gaskompressoren aus den Baujahren 1928 bzw. 1938, die das Gas für die Einspeisung in das Leitungsnetz verdichteten.

Die Kokerei ist Sitz der Stifung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Auf Initiative der RAG und des Landes NRW wurde sie 1995 bundesweit als erste Stiftung für den Erhalt von Industriedenkmälern gegründet. Ihr Zweck ist es, die ihr übereigneten Denkmale zu schützen und zu erhalten, sinnvoll zu nutzen, wissenschaftlich zu erforschen und öffentlich zugänglich zu machen. 

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Kontakt & Infos

Kokerei Hansa
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Emscherallee 11
44369 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 / 93 11 22-33

ÖPNV

Von Dortmund Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Stadtbahn U47 Richtung Westerfilde bis „Parsevalstraße”, dann ca. 5 Minuten Fußweg

TIPP

Besucher können auf der Kokerei Hansa in Dortmund nicht nur dem Weg der Kohle, sondern auch dem des Regenwassers folgen. Das in der „Wassergestalt Hansa“ inszenierte Regenwassertrennsystem zeigt sich insbesondere im Bereich der weißen Straße der Kokerei: Über eine Rinne wird das Wasser zu den Kühltürmen geleitet. Die historischen Beton-Wasserbecken dienen als Sammelbecken für das Regenwasser, das von dort aus unterirdisch zur Emscher gepumpt wird. Ein Becken ist als „Wassergarten“ gestaltet. Zuvor können Besucher jedoch anhand eines hölzernen Modells im Maßstab 1:1 anschaulich erleben, wie früher auf der Kokerei Hansa auf effiziente Weise Wasser gekühlt wurde. Gestartet wurde das umfängliche Projekt im Jahr 2010. Das historische Kanalsystem der Kokerei Hansa war marode und es bedurfte einer neuen Planung, deren Ergebnis nun auf anschauliche Weise erlebbar ist. Insgesamt wurde eine Fläche von insgesamt 168.000 m² von der Abwasserkanalisation abgekoppelt, davon entfallen 129.000 m² auf das Umlagerungsbauwerk und 39.000 m² auf die Fläche der Kokerei. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 2,9 Millionen Euro.

Fahrradverleih

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Nächster Standort: Dortmund Hbf., Bahnhofsvorplatz 6,0 km, 30 Min.

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Öffnungszeiten und Führungen

April bis Oktober: Di-So 10-18 Uhr
November bis März: Di-So 10-16 Uhr 

Die Kokerei Hansa kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Detailinformationen zum Programmangebot finden sich hier.

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