Kokerei Prosper

Kokerei Prosper. Foto: RIK / Guntram Walter
Kokerei Prosper. Foto: RIK / Guntram Walter

Schon 1865 ging eine erste Kokerei unter dem Namen Prosper in Betrieb, doch sie hatte mit der heutigen Kokerei nur den Namen gemeinsam. Diesen verdankt die Kokerei dem damaligen Landesherren der Veste Recklinghausen: Prosper Ludwig von Arenberg.

Die heutige Kokerei Prosper wurde 1928 in Betrieb genommen als eine von 17 sogenannten Zentralkokereien, die zwischen 1925 und 1930 im Zuge einer großen Rationalisierungsaktion erbaut wurden und die kleinere, unrentabel gewordene Anlagen der Umgebung ersetzte. Die Planung für eine grundlegende Modernisierung des Kohle- und Koksbereichs begann 1982. Den Abschluss der zweiten Baustufe bildete die Inbetriebnahme der dritten Koksofenbatterie am 17. Juli 1989. Heute produzieren rund 490 Mitarbeiter in 146 Öfen, aufgeteilt in drei Batterien, zwei Millionen Tonnen Koks pro Jahr. Damit ist Prosper die zweitgrößte Kokerei Deutschlands. Der Hüttenkoks ist für die Roheisenproduktion in Hochöfen und damit für die Stahlherstellung unverzichtbar.

Die Koksherstellung ist trotz des Ausdrucks "Koksofen" keine Verbrennung, sondern eine trockene Destillation. Dabei wird Steinkohle über ca. 25 Stunden unter Luftabschluss auf ca. 1100 Grad Celsius erhitzt, wobei auch noch viele wertvolle Nebenprodukte entstehen. Das aus dem flüchtigen Bestandteil der Kohle entstehende Gas wird gereinigt und für die Beheizung der Öfen genutzt. Der Überschuss wird in das Ferngasnetz der Ruhrgas AG eingespeist. Der als flüssige Phase anfallende Teer dient der chemischen Industrie als Rohstoff zur Herstellung von Pharmazeutika (z.B. Chinin), Farben, Lacken, Kunststoffen etc. Beispielsweise ist der schwarze Griff an der Küchenpfanne aus Bakelite, einem aus Teer gewonnenen Kunststoff. Das Blau der Jeansstoffe ist ein Farbstoff aus dem Teer, der früher sehr umständlich und teuer aus der nur in den Tropen und Subtropen wachsenden Indigopflanze gewonnen werden konnte. Aus Teer werden zudem andere diverse Ruße hergestellt, die als schwarze Farben für z.B. Reifen, Druckerschwärze und für Tinten dienen.

Als letzte Kokerei der RAG Aktiengesellschaft wurde die Kokerei Prosper zum 01. Juni 2011 an die ArcelorMittal Bremen verkauft. Die ArcelorMittal Bottrop GmbH ist die erste eigene deutsche Kokerei im Konzern. Mit 270 Tausend Mitarbeitern und 61 Werken in 27 Ländern ist ArcelorMittal der größte Stahlkonzern der Welt. Die Jahresproduktion der Kokerei Prosper soll künftig hauptsächlich in den beiden Bremer Hochöfen des dortigen Hüttenwerks eingesetzt werden.

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Kontakt & Infos

ArcelorMittal Bottrop GmbH
Prosperstraße 350
46238 Bottrop
Telefon: +49 (0) 2041 / 7711-6000

Geodaten

51° 31' 10" N, 6° 58' 24" O 

ÖPNV

Von Bottrop Hbf. Bahnsteig 2 mit Bus 262 bis "Brakerstr.", dann mit Bus 263 bis "Johannes-/ Prosperstr." 

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