Zeche Consolidation 3/4/9

Die Zeche Consolidation 3/4/9, 1938. Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen
Die Zeche Consolidation 3/4/9, 1938. Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen

Kunst und Kultur in einem einmaligen Industriedenkmal

Die Anfänge der Schachtanlage 3/4/9 gehen auf das Jahr 1871 zurück. Mitbegründer der Zeche war der Essener Kaufmann Friedrich Grillo (1825-1888), einer der wichtigsten Pioniere des Ruhrbergbaus. Mit der Förderaufnahme auf den Schächten 3 und 4 im Jahr 1896 blieben diese bis 1922 die Hauptförderschächte von „Consol“ – wie die Zeche  noch immer im Volksmund genannt wird. Dann wurde das Doppelstrebengrüst für Schacht 9 errichtet.

Die Schachtanlage Consolidation 3/4/9 blieb von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont und erreichte mit dem Ausbau der Hauptförderanlage Schacht 4 Ende der 1950er-Jahre ihre größte wirtschaftliche Bedeutung. Dem intensiven Ausbau in der Nachkriegszeit folgte nach Beendigung der Förderung im Jahr 1997 ein schneller Abriss der meisten Übertage-Anlagen.

Einige Betriebsanlagen konnten aber im Rahmen des Stadtteilprogramms Gelsenkirchen-Bismarck/Schalke-Nord erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Darunter das stählerne Fördergerüst über Schacht 9, heute ein Standort der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und das – im Ruhrgebiet seltene – Betonfördergerüst über Schacht 4 aus dem Jahr 1958. Inmitten dieses einmaligen Ensembles von Industriedenkmalen sind moderne Kunstinstallationen und neue kulturelle Wirkungsstätten, insbesondere für Jugendliche entstanden: das Consol Kinder- und Jugendtheater im Lüftermaschinenhaus des Schachtes 3/4; das selbst verwaltete Musikzentrum im Maschinenhaus von Schacht 4, das nach Plänen der Bochumer  „Tor 5 Architekten“ zu einem Aufführungsort mit 38 Proberäumen umgebaut wurde; die Maschinenhalle Nord mit Kunstinstallationen des 2003 verstorbenen Gelsenkirchener Künstlers Werner Thiel, die eine einzigartige Sammlung von Artefakten aus dem Bergbau darstellt; die Maschinenhalle Süd mit einer Dampfdruck-Fördermaschine, die vom „Initiativkreis Bergwerk Consolidation“ betriebsfähig instand gesetzt wurde – sie gehört zu den letzten, die im Ruhrgebiet installiert wurden und ist darüber hinaus die größte, die jemals von der ehemaligen Oberhausener „Gutehoffnungshütte“ gebaut wurde.

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Kontakt & Infos

Zeche Consolidation 3/4/9
Bismarckstraße
45889 Gelsenkirchen-Bismarck
Förderverein Initiativkreis Bergwerk Consolidation e.V.

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 301 bis „Bergwerk Consolidation“, von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 384 bis „Bergwerk Consolidation“

Tipp

U-Stadtbahn-Stationen in Gelsenkirchen-Bismarck: Die Station „Trinenkamp“ ist mit Bildmotiven zur Siedlungsentwicklung im Stadtteil Bismarck ausgestattet. Aus der Untertageperspektive lassen sich mit einem Stadtplan die einzelnen Stationen der Industrialisierung verfolgen. In der Station „Bergwerk Consolidation“ hat sich der Künstler Alfred Schmidt verwirklicht: Geflieste Wände zeigen Motive aus der Untertagewelt des Bergmanns.