Zeche Friedlicher Nachbar

Maschinenhaus Friedlicher Nachbar. Foto: RIK / Guntram Walter
Maschinenhaus Friedlicher Nachbar. Foto: RIK / Guntram Walter

Da an den Hängen des Ruhrtals die Kohlenflöze offen zu Tage treten oder nur wenige Meter unter der Erdoberfläche liegen, begann der Ruhrbergbau hier als Stollenbergbau. Auch viele Zechen im Bochumer Süden wie die in der „Bochumer Mulde“ gelegene Zeche Friedlicher Nachbar sind aus solchen Stollenzechen hervorgegangen. 1868 begann die Gewerkschaft mit dem Tiefbau und legte an der heutigen Wuppertaler Straße (Autohaus) den ersten eigenen Schacht an, nachdem zuvor bereits über den angepachteten Röderschacht der Nachbarzeche Hasenwinkel gefördert worden war. Der Kohlentransport erfolgte über einen zum Tunnel ausgebauten Stollen durch den Höhenrücken der Hattinger Straße zur Bahnlinie Weitmar-Dahlhausen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert folgten ein zweiter Schacht 500 m südöstlich und ein Wetterschacht am höchsten Punkt des Weitmarer Holzes. 1899 übernahm die Zeche Friedlicher Nachbar die angrenzende Zeche Baaker Mulde, die ebenfalls aus Stollenzechen hervorgegangen war. Friedlicher Nachbar wurde mehrmals weiter ausgebaut und machte mehrere Besitzerwechsel durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1950, erhielt Schacht 2 einen neuen Förderturm nach Entwürfen des bedeutenden Industriearchitekten Fritz Schupp. Dieser Förderturm ist heute nicht mehr an seinem ursprünglichen Ort, sondern in Essen-Katernberg auf die Zeche Zollverein 1/2 zu sehen, wohin er versetzt wurde. Friedlicher Nachbar wurde als eine der ersten Bochumer Zechen 1961, gleich zu Beginn der Kohlenkrise, stillgelegt.

Von der Zeche erhalten ist unter anderem die Maschinenhalle von Schacht 2, die heute einem Keramik-Künstler als Werkstatt dient. Mehrmals im Jahr hält er inzwischen über Bochum hinaus bekannte Design-Messen ab, die eine gute Gelegenheit bieten, die Maschinenhalle auch von innen zu besichtigen. Daneben ist das Gebäude des Wetterschachtes erhalten.

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Kontakt & Infos

Zeche Friedlicher Nachbar
Deimkestraße
44879 Bochum-Sundern

ÖPNV

Von Bochum Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 308, 318 bis "Nevelstraße", dann mit Bus 352, 357 bis "Deimkestraße" 

Tipp

Im Umfeld finden sich noch zahlreiche weitere Zeugnisse der ehemaligen Zeche, so der Tunnel, welcher der Zechenbahn als Anschluss an die Kohlenschleppbahn Dahlhausen-Weitmar diente und die gut erhaltene Zechensiedlung mit Häusern im Kreuzgrundriss.