Zeche Robert Müser

Zeche Robert Müser, Schacht Arnold. Foto: RIK / Guntram Walter
Zeche Robert Müser, Schacht Arnold. Foto: RIK / Guntram Walter

Das Fördergerüst des Schachtes Arnold befindet sich auf dem Gelände der ältesten Anlage der Harpener Bergbau-AG, einer der größten und traditionsreichsten Bergbaugesellschaften im Ruhrgebiet. Die 1856 gegründete Zeche Heinrich Gustav teufte zunächst nördlich der Werner Straße den Schacht Jakob ab, wenig später folgte südlich der Schacht Arnold. Er wurde nach Bergmeister Arnold von der Becke benannt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich die Zeche aufgrund ihrer ergiebigen Fettkohlevorkommen gewinnbringend und wurde zur Keimzelle der ausgreifenden Aktivitäten der Harpener Bergbau-AG. Die reine Bergbaugesellschaft erwarb unter der Führung ihres Generaldirektors Robert Müser (1849-1927) zahlreiche weitere Zechen u.a. in Bochum, Gelsenkirchen, Herne und Dortmund, wo die Zeche Gneisenau sich zum größten Bergwerk des Unternehmens entwickelte.

In den 1920er Jahren stellte sich die Aufgabe einer Rationalisierung der Werner Zechen, und es folgte der Ausbau von Schacht Arnold zum zentralen Förderschacht. Er wurde 1927 tiefer geteuft, auf den ungewöhnlich großen Durchmesser von 7,60 m erweitert und erhielt 1928 das heute bestehende Fördergerüst, das dritte in der Betriebsgeschichte. Vorangegangen waren ein Malakowturm sowie ein für die Harpener Bergbau-AG kennzeichnendes Stahlgerüst vom Typ Tomson-Bock. Dieses machte nun dem heute bestehenden Vollwandstrebengerüst mit Doppelförderung Platz, einem der ersten im Ruhrgebiet. Die Firma Dörnen baute das 57,2 m hohe Gerüst als Modifizierung der Bauart Klönne, die ingenieurtechnisch und ästhetisch als eine der gelungensten Lösungen im Ruhrbergbau angesehen wurde. Die Konstruktion diente über 30 Jahre lang noch als Vorbild für weitere Gerüste.

Die zu Ehren des verstorbenen Generaldirektors umbenannte Großschachtanlage übernahm 1929 die Förderung der meisten Bochumer Zechen bzw. Grubenfelder der Harpener Bergbau-AG, darunter Vollmond, Amalia, Caroline und Prinz von Preußen. 1955 wurde auch Neu-Iserlohn angegliedert. Im Zuge der Bergbaukrise musste die Zeche Robert Müser 1968 trotz weitreichender Vorräte die Förderung einstellen. Danach verschwand die den Bochumer Osten beherrschende Industriekulisse fast vollständig, lediglich das Gerüst über dem Schacht Arnold blieb erhalten. Es steht seit 1990 unter Denkmalschutz und dient heute der zentralen Wasserhaltung der RAG.

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Kontakt & Infos

Zeche Robert Müser
Schacht Arnold
Brandwacht
44894 Bochum-Werne

ÖPNV

Von Bochum Hbf / Bochum-Langendreer S-Bf mit Bus 345 bis "Arnoldschacht" 

Tipp

In der über 1000-jährigen evangelischen St. Vinzentius-Kirche, Kattenstr. 3, 44805 Bochum-Harpen, befinden sich in einem 1905/06 errichteten Südflügel unterhalb der Empore vier "Bergmannsfenster", eine Stiftung der Harpener Bergbau AG in Erinnerung an die Gründung der Gesellschaft im alten Harpener Pastorat. Sie wurden von der Berliner Künstlerin Helene Starck im Jahre 1939 auf der Zeche Robert Müser "vor Ort" entworfen. Die Fenster, die Bergleute bei der Arbeit zeigen, wurden wegen des Krieges zunächst auf der 5. Sohle der Zeche Amalia gelagert und erst 1949 an ihrem vorgesehenen Platz in der St. Vinzentius-Kirche feierlich eingeweiht.