Zeche Vereinigte Carolinenglück 2/3

Zeche Vereinigte Carolinenglück um 1952. Quelle: Josef Stoffels, Fotoarchiv Ruhr Museum
Zeche Vereinigte Carolinenglück um 1952. Quelle: Josef Stoffels, Fotoarchiv Ruhr Museum

Massive Schäden im Zweiten Weltkrieg

Die ehemalige Zeche Vereinigte Carolinenglück (bis 1870 Zeche Glückauf), direkt an der A 40 gelegen, gehört zu den ältesten Bergwerken Bochums und zu den ersten im Ruhrgebiet, die die Mergeldecke durchstießen. Schacht 1 nahm 1850 die Förderung auf, musste aber bereits 1902 nach einem Schachtbruch aufgegeben und verfüllt werden.

Schacht 2 konnte wegen massiver Wasserhaltungsprobleme erst 1891 als neuer Hauptförderschacht in Betrieb gehen. Der hier heute noch erhaltene Malakowturm ist  möglicherweise der älteste im Ruhrgebiet. Von 1912 bis zur Stilllegung der Zeche Carolinenglück 1964 wurde die Kohle über den direkt benachbarten neuen Schacht 3 gefördert. Sein Fördergerüst ist eines der seltenen, noch erhaltenen deutschen Strebengerüste der Bauart Zschetzsche.

Der Kohlenabsatz erfolgte zunächst mit Fuhrwerken über den nahe gelegenen Gahlenschen Kohlenweg. Ab 1858 baute die Zeche Carolinenglück zusammen mit den Zechen Hannover, Holland und Rheinelbe die Carolinenglücker Bahn nach Gelsenkirchen zur Köln-Mindener-Eisenbahn. Teilstücke der Strecke wurden später in die Erzbahn integriert. Nach Eröffnung des Bochumer Abschnitts der Rheinischen Eisenbahn 1874 entstand ein Anschluss an den Bahnhof Ückendorf-Wattenscheid (später Gelsenkirchen-Wattenscheid).

1898 brachte das bis dahin schwerste Grubenunglück des Ruhrbergbaus die Zeche Carolinenglück in die Schlagzeilen: Mindestens 115 Bergleute kamen bei einer Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion unter Tage ums Leben.

1900 übernahm der Bochumer Verein die Zeche Carolinenglück, um sich eine ausreichende Kohlen- bzw. Koksbasis für die Gussstahlfabrik zu sichern. Im Rahmen der Erweiterung des Werksbahnnetzes des Bochumer Vereins entstand 1901 eine Verbindungsbahn zum Betriebsgelände, später das letzte Teilstück der Erzbahn. Für den Kokstransport zu den Hochöfen wurde im folgenden Jahr eine Seilbahn gebaut.

Massive Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg führten zu einer langen Wiederaufbau- und Instandsetzungsphase, die bis 1952 dauerte. Nach der Betriebsaufgabe 1964 wurde ein großer Teil der Tagesanlagen der Zeche abgebrochen. Neu genutzt wurden dagegen die Schächte 2 und 3 sowie die Sozial- und Verwaltungsgebäude: Seit 1970 dient das eindrucksvolle technikhistorische Ensemble als Standort der Zentralen Wasserhaltung der RAG Deutsche Steinkohle AG.

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Kontakt & Infos

Zeche Vereinigte Carolinenglück 2/3
Georgstraße 3
44793 Bochum-Hamme

ÖPNV

Von Bochum Hbf oder Wanne-Eickel Hbf mit Bus 368 bis „Anne-Frank-Straße“

Tipp

Betriebsgebäude der Zeche Verein. Constantin der Große 8/9, Bochum-Riemke. Die Schachtanlage (1910) steht mit ihrem sachlichen Stil für den Übergang vom Historismus zur modernen Industriearchitektur. 

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