Salzbergwerk Borth

Salzbergwerk Borth. Foto: RIK / Guntram Walter
Salzbergwerk Borth. Foto: RIK / Guntram Walter

Gold kann viele Farben haben. Im Ruhrgebiet ist es schwarz, aber unter den grünen Wiesen des Niederrheins in 500 - 800 m Tiefe liegt seit Jahrtausenden weißes Gold - die niederrheinische Salzpfanne. Über etwa 50 km erstreckt sich in fast waagerechter Lage von Rheinberg bis Winterwijk eine ca. 200 m dicke Salzschicht.

Obwohl bereits 1897 bei Probebohrungen entdeckt, konnte das Salz erst ab 1924 durch die Deutsche Solvay abgebaut werden, denn die bergmännische Erschließung erwies sich als besonders schwierig. Und sie war notwendig, weil die Bergbehörde eine Aussohlung nicht genehmigt hatte. Also musste ein Bergwerk mit Tagesanlagen, Fördergerüsten und untertägigen Strecken und Schächten angelegt werden. 1906 errichtete die Deutsche Solvay eine Sodafabrik, wo andernorts gewonnenes Salz verarbeitet wurde, und begann mit dem Abteufen der beiden Schächte im Gefrierverfahren. Wassereinbrüche, Blitzeinschlag, Explosionen und Probleme mit dem gefrorenen Erdreich erschwerten die Arbeiten, so dass es 16 bzw. 20 Jahre dauerte, bis das Bergwerk die Abbautätigkeit aufnehmen konnte.

Die Mehrzahl der großzügig gestalteten Tagesanlagen der Schachtanlage Borth entstammen erst der Zeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem der beherrschende Stahlbeton-Förderturm über Schacht I von 1964. Über Schacht II befand sich bis zum Abriss im Juni 2006 ein Doppelbock-Fördergerüst in Fachwerkbauweise von 1927, das zu den jüngsten und besten Vertretern dieses Typs zählte. Somit gibt es in Deutschland heute nur noch auf Rheinpreußen 4 in Moers und auf Consolidation 9 in Gelsenkirchen-Bismarck diesen Gerüsttyp.

In Borth wird auch heute noch Salz gefördert. Anders als im Steinkohlenbergbau wird das Salz in Kammern abgebaut, wobei Sicherheitspfeiler stehen bleiben und die Decken mit Zugankern gesichert werden. Nur ein geringer Teil des Salzes ist für den Ernährungssektor bestimmt, der weitaus größere Teil geht an die chemische Industrie, wo Salz für die Herstellung u.a. von Glas, Waschmitteln, Kunststoffen, Lacken und Klebstoffen benötigt wird. Aber auch Streusalz für eisige Winter wird hier gewonnen und u.a. nach Skandinavien exportiert.

Heute ist das Salzbergwerk Borth Bestandteil der esco (european salt company GmbH & Co. KG), einer 100prozentigen Tochter der K+S Aktiengesellschaft. 

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Kontakt & Infos

esco
Werk Borth
Karlstraße 80
47495 Rheinberg

ÖPNV

Von Wesel Bf mit Bus 37, 67 oder 68 bis "Borth Solvay"