Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil

Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil. Foto: RIK / Guntram Walter
Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil. Foto: RIK / Guntram Walter

Eine der ältesten Mergelzechen des Reviers ist die Zeche Königin Elisabeth, die ihren Namen Elisabeth Ludovika von Bayern (1801-1873), der Gattin des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV., verdankt. Bereits 1844 gründete Johann Wilhelm Butenberg die Gewerkschaft, 1850 waren Grubenbau und Tagesanlagen so weit gediehen, dass die erste Kohle abgebaut werden konnte. Aus dieser frühen Zeit sind keine Bauten erhalten. Unsere Aufmerksamkeit gilt einem Betriebsgebäude aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, das zu dem Schacht Emil gehörte. Durch einen Bahndamm von dem Gründungsschacht Wilhelm (1847-50) getrennt, wurde Schacht Emil 1910 angesetzt. Auf dem dazugehörigen schmal zugeschnittenen Grundstück musste das neue Betriebsgebäude entstehen, das hier unter einem Dach Verwaltung, Kaue und den Raum für die elektrische Fördermaschine mit Umformer vereinen sollte. Beauftragt wurde der Architekt Alfred Fischer, der kurz zuvor die Leitung der Essener Kunstgewerbeschule, die später in der Folkwangschule aufging, übernommen hatte.

Die verschiedenen Funktionen des Gebäudes lässt Fischer in einem differenzierten Baukörper erkennbar werden: In dem eingeschossigen, lang gestreckten Bau mit hohen Walmdächern sind Fördermaschinenhalle und Kaue in seitlich angeordneten Kuben untergebracht, Lohnhalle, Lampenstube und Büros in dem leicht zurückversetzten Mitteltrakt.

Zum Standard jeder Zechenanlage seit der Jahrhundertwende gehörte ein geschlossener Gang zwischen Schachthalle und Kaue, um die verschwitzten und oft in nasser Kleidung von der Arbeit kommenden Bergleute vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Fischer entwarf auch solch einen Gang, aber aufgrund der Grunddisposition der Anlage verzichtete die Zechenleitung auf diesen "Komfort". Fischers Betriebsgebäude ist ein architekturgeschichtlich hervorragendes Beispiel für die Loslösung vom Historismus. Es zeichnet den Weg zur klassischen Moderne vor.

Die Gebäude von Schacht Emil beherbergen heute Wohnungen, in der Maschinenhalle hat sich die Malschule und Kunstgalerie "Zeche Königin Elisabeth" eingerichtet. 

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Kontakt & Infos

Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil
Elisabethstraße 31 - 39
45139 Essen-Frillendorf
Telefon: +49 (0) 201 / 2939-444

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Bus 154/155 bis "Kumpelweg" 

Tipp

Nahe der Ruhr, in Essen-Steele-Horst, In der Lake, steht heute noch das Betriebsgebäude (1916/1938) der ehemaligen Zeche Wohlverfahrt und in Essen-Überruhr das Gerüst über Schacht 3 der Zeche Heinrich von 1958.