Zeche Walsum

Zeche Walsum von Rheindeich gesehen. Foto: RIK / Guntram Walter
Zeche Walsum von Rheindeich gesehen. Foto: RIK / Guntram Walter

Schon frühzeitig hatte August Thyssen begonnen, sich den Besitz der Kohlenfelder in Walsum zu sichern. Seit 1904 in Planung, konnten wegen zahlreicher Schwierigkeiten erst 1927-30 die Schächte 1 und 2 abgeteuft werden. Das Fördergerüst über Schacht 1 (Franz-Lenze-Schacht) wurde 1938/39 errichtet , die Förderung begann im Juni 1939.

Nach dem Krieg wurde die Zeche weiter ausgebaut und bereits 1949 konnte Kohle mit einem Panzerförderer und einer luftbetriebenen Schrämmaschine mechanisch abgebaut werden. 1954/55 entstand das Fördergerüst von Schacht 2 (Wilhelm-Roelen-Schacht). Die Kohlegewinnung wurde durch den Einsatz von Abbaumaschinen, vor allem von Doppelwalzen-Schrämlader, aber auch von Kohlenhobeln voll mechanisiert. 1960 wurde das unmittelbar benachbarte Kraftwerk in Betrieb genommen. Im Rahmen der Nordwanderung des Bergbaus entstand 1979-87 der Schacht Voerde, über den die Zeche mit Material versorgt wurde, während in Walsum weiterhin die Kohle gefördert wurde. 1998 betrug die tägliche Produktion ca. 12500 Tonnen, das sind mehr als drei Millionen Tonnen pro Jahr. Das Bergwerk hatte in dieser Zeit eine Belegschaftsstärke von ca. 4.200.

Nach Protesten von Anwohnern, die im Umfeld der Rheindeiche Bergsenkungen befürchteten, kam es 2005 zur "Walsumer Verständigung" und 2006 zum endgültigen Stilllegungsbeschluss. Am 1. Juli 2008 endete die Kohleförderung in Duisburg. Ab 2014 wird das komplette Grubenwasser vom Niederrhein in Walsum abgepumpt und in den Rhein eingeleitet. Für die Wasserhaltung, eine der so genannten "Ewigkeitsaufgaben" des Bergbaus, ist einer der beiden Fördertürme wichtig. Auf ihm werden die Pumpen installiert, die das Wasser zur Oberfläche transportieren. Schacht 2 wurde zu diesem Zweck halbiert, wärend das Fördergerüst des Franz-Lenze-Schachtes als Denkmal erhalten bleibt. Die übrigen Bergwerksanlagen wurden 2009-12 abgerissen. Einen Teil des Gesamtareals von 25 Hektar, auf dem 52 Gebäude standen, hat das benachbarte Kraftwerk für Umweltschutzanlagen übernommen.

Das 70 m hohe Fördergerüst des Franz-Lenze-Schachtes ist ein Turmgerüst der so genannten Lenze-Mommertz-Anordnung. Es gilt als letzte Entwicklungsstufe des Pyramidengerüstes, hat aber anstelle der schrägstehenden Streben senkrechte Tragglieder. Dieser Gerüsttyp wurde in den 1930er Jahren entwickelt und galt als Alternative zu den Fördertürmen mit ihren im Turmkopf aufgestellten Maschinen, weil die Fördermaschinen platzsparend sehr eng an das Fördergeerüst herangerückt und leichter gewartet werden konnten.

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Kontakt & Infos

Zeche Walsum
Dr.-Wilhelm-Roelen-Str. 129
47179 Duisburg

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) bzw. Dinslaken Bf mit Straßenbahn 903 bis "Schwan", dann mit Bus 919 bis "Römerstr."