Kokerei Hansa

Kokerei Hansa. Foto: RIK / Guntram Walter
Kokerei Hansa. Foto: RIK / Guntram Walter

Die ehemalige Kokerei Hansa ist eine der letzten erhaltenen Zentralkokereien des Reviers, die ihre ursprüngliche Konzeption und Gestaltung fast vollständig beibehalten hat. Die Großkokerei in Dortmund-Huckarde wurde 1926 bis 1928 nach Entwürfen des Architekten Helmuth von Stegemann und Stein erbaut. Im Zuge der Aufrüstung wurde sie in den dreißiger Jahren zur größten Kokerei im Ruhrgebiet ausgebaut. Ab 1927 ließ die Vereinigte Stahlwerke AG die Kokerei parallel zur Hauptstrecke der alten Linie Köln-Mindener Eisenbahn anlegen. Der neue Betrieb ersetzte die seit 1895 bestehende Anlage sowie die veralteten Kokereien der Zeche Zollern, Adolf von Hansemann und Germania.

1992 kam für "Hansa" das Aus. Ihre Produktion und Teile der Belegschaft übernahm die gleichzeitig in Betrieb genommene Kokerei Kaiserstuhl auf dem Gelände der Westfalenhütte in Dortmund. Heute umfasst Hansa auf einer Fläche von rund 32 Hektar noch rund 50 verschiedene Einzelgebäude und genau so viele selbständige Anlagenteile: von Rohrleitungen über Rampenbrücken, Koksofenbatterien und Kaminkühlern bis hin zu Reinigungsanlagen.

Seit der Stillegung verrosten die stählernen Anlagen und Rohrleitungen, entwickeln sich imposante Vegetationsbestände: Birken, Gräser und Sommerflieder drängen sich zwischen die Gebäude und auf den Koksofenbatterien entstand ein Birkenwald. Die Konzeption sieht vor, die vorhandene Vegetation zu pflegen und die Kokerei als begehbare Großskulptur erlebbar zu machen. Ein Rundgang für Besucher ist zugänglich, der die Funktionsweise einer Kokerei nachvollziehbar macht. Im Mittelpunkt der Präsentation steht die Kompressorenhalle mit dem eindrucksvollen Ensemble von Dampfmaschinen, die der Kompression des Kokereigases dienten. 

zurück 13/33 vor

Kontakt & Infos

Kokerei Hansa
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Emscherallee 11
44369 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 / 93 11 22-33

ÖPNV

Von Dortmund Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Stadtbahn U47 Richtung Westerfilde bis „Parsevalstraße”, dann ca. 5 Minuten Fußweg

TIPP

Besucher können auf der Kokerei Hansa in Dortmund nicht nur dem Weg der Kohle, sondern auch dem des Regenwassers folgen. Das in der „Wassergestalt Hansa“ inszenierte Regenwassertrennsystem zeigt sich insbesondere im Bereich der weißen Straße der Kokerei: Über eine Rinne wird das Wasser zu den Kühltürmen geleitet. Die historischen Beton-Wasserbecken dienen als Sammelbecken für das Regenwasser, das von dort aus unterirdisch zur Emscher gepumpt wird. Ein Becken ist als „Wassergarten“ gestaltet. Zuvor können Besucher jedoch anhand eines hölzernen Modells im Maßstab 1:1 anschaulich erleben, wie früher auf der Kokerei Hansa auf effiziente Weise Wasser gekühlt wurde. Gestartet wurde das umfängliche Projekt im Jahr 2010. Das historische Kanalsystem der Kokerei Hansa war marode und es bedurfte einer neuen Planung, deren Ergebnis nun auf anschauliche Weise erlebbar ist. Insgesamt wurde eine Fläche von insgesamt 168.000 m² von der Abwasserkanalisation abgekoppelt, davon entfallen 129.000 m² auf das Umlagerungsbauwerk und 39.000 m² auf die Fläche der Kokerei. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 2,9 Millionen Euro.

Fahrradverleih

metropolradruhr
Nächster Standort: Dortmund Hbf., Bahnhofsvorplatz 6,0 km, 30 Min.

www.metropolradruhr.de

RevierRad
am Ankerpunkt

www.revierrad.de

Öffnungszeiten und Führungen

April bis Oktober: Di-So 10-18 Uhr
November bis März: Di-So 10-16 Uhr 

Die Kokerei Hansa kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Detailinformationen zum Programmangebot finden sich hier.