Otto Schott - Erinnerungsstätte

Otto Schott - Erinnerungsstätte. Foto: RIK / R. Budde
Otto Schott - Erinnerungsstätte. Foto: RIK / R. Budde

Als der bahnbrechende Begründer der modernen Glaswissenschaft und -technologie gilt Otto Schott. Er wurde am 17.12.1851 als Sohn des Glasarbeiters und späteren -unternehmers Simon Schott und dessen Ehefrau Karoline, geb. Hahne in Witten geboren und starb am 27.8.1935 in Jena.

Otto Schott wuchs in Witten auf und lebte mit seinen Eltern und Geschwistern in der Hauptstraße 69, Um 1862 bezog die Familie ihr neu erbautes eigenes Wohnhaus in der Bahnhofstraße 64. Beide Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, sodass heute nur die Erinnerungsstätte im Rathaus neben einer nach ihm benannten Realschule und einer Straße das Gedenken an den großen Sohn der Stadt Witten wachhält. Der Vater arbeitete zunächst als Glasbläser in der Glasfabrik Gebr. Müllensiefen (heute Pilkington Automotive). Im Jahre 1853 gründete er zusammen mit seinem Schwager und Wittener Kaufleuten die "Glashütte Hahne & Schott". Otto Schott verbrachte in Witten seine Schulzeit und promovierte nach Studium in Aachen, Würzburg und Leipzig in Jena. Seine Doktorarbeit hatte den Titel: "Beiträge zur Theorie und Praxis der Glasfabrikation". 1875 kehrte Otto Schott nach Witten zurück, um sich wissenschaftlichen Studien zu widmen. Unterbrochen durch einen Aufenthalt in Oviedo zum Aufbau einer chemischen Fabrik experimentierte er im Keller des elterlichen Wohnhauses, und es gelang ihm, in einem kleinen Koks-Probierofen eine neue Glasart, das Lithiumglas, zu erschmelzen, von dem er neue optische Eigenschaften erwartete. Aus einem regen Gedanken- und Probenaustausch mit dem Physikprofessor Ernst Abbe entstand das Angebot Abbes an Schott, nach Jena überzusiedeln. 1883 gründeten Schott, Abbe und Roderich Zeiss das "Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen". Der Betrieb mit anfangs 10 Mitarbeitern entwickelte sich zu einer großen Glashütte. Die Preußische Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied Schott seit 1917 war, bezeichnete das Werk als imponierende Schöpfung der Industrie auf wissenschaftlicher Grundlage. 1919 übergab Otto Schott seine Besitzanteile an der Glashütte, wie schon vorher Ernst Abbe und Roderich Zeiss, an die Carl Zeiss Stiftung. Als sich Otto Schott 1926 im Alter von 75 Jahren aus der Geschäftsleitung zurückzog, hinterließ er ein Unternehmen, das Weltgeltung besaß und mehr als 1.500 Mitarbeiter beschäftigte. Nach der Demontage und Enteignung im Jahre 1948 erfolgte in Jena die Umwandlung des Werkes in einen VEB, während das Stiftungsunternehmen ab 1952 in Mainz weitergeführt wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Jenaer Glaswerk privatisiert und firmiert seit 1998 unter dem Namen "SCHOTT Jenaer Glas GmbH". Es befindet sich zu 100% im Eigentum der Mainzer SCHOTT-Konzerns und produziert u.a. das weltberühmte formschöne Kochgeschirr aus hitzebeständigem Glas. 

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Marktstr. 16
58452 Witten

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ÖPNV

Witten Rathaus 

Tipp

Sehr empfehlenswert ist in Jena ein Besuch des firmeneigenen SCHOTT GlasMuseums, das u.a. die seit 2001 vorbildlich restaurierte Schott-Villa umfasst, in der auch die Wittener Jugendzeit des "Glas-Doktors" gewürdigt wird
SCHOTT GlasMuseum
Otto-Schott-Str. 13
07745 Jena
Fon 0 36 41 | 681-754
www.schott.com/museum
geöffnet Di-Fr 13-18 Uhr