Ruhr Oel GmbH

Ruhr Oel GmbH. Foto: RIK/ R. Budde
Ruhr Oel GmbH. Foto: RIK/ R. Budde

Bevor die IG Farben 1936 ihr erstes Hydrierwerk zur Treibstoffsynthese auf Braunkohlebasis in Betrieb nehmen konnte, fiel im Jahre 1935 der Beschluss der Hibernia Bergwerks AG, das erste Werk auf Steinkohlen- basis in Gelsenkirchen-Scholven zu errichten. Da mit Lizenz der IG Farben produziert wurde, steuerte diese allerdings auch Fachleute für Bau und Betrieb bei. Das Hydrierwerk Scholven wurde am 16. Juli 1935 gegründet. Weniger als ein Jahr später, am 7. Juli 1936 erzeugte man das erste Benzin aus Steinkohlenteer, am 3. August aus Steinkohle. Dies war eine Weltpremiere.

Den Rohstoff lieferte die in Herne ansässige Hibernia, wodurch sie ihre nur schwer verkäufliche hochflüchtige Kohle absetzen konnte. Bis Kriegsende blieb Scholven eine Baustelle da die Anlage ständig erweitert wurde, so dass bis 1945 220 Millionen RM investiert worden waren. Die höchste Kriegsproduktion wird 1943 mit 218704 t Benzin und einem Erlös von 120,69 Millionen RM erzielt. Gezielte Luftangriffe auf die Hydrieranlagen setzten ab dem Sommer ein. Am 19. Juli 1943 wurde Scholven so schwer getroffen, dass die Produktion zum erliegen kam.

Den Alliierten war die Bedeutung solcher Anlagen für das Aufrecht- erhalten der Grundversorgung in den befreiten Gebieten bewusst. So wurde im Mai 1945 bereits die Erlaubnis zur Inbetriebnahme einer Benzinkammer der Hydrieranlage und einer Destillation mündlich gegeben. Ab 1951 durften auch wieder Hydrieranlagen, nun allerdings bereits auf Erdölbasis, in Betrieb genommen werden. Neben dem Einsatz alter Hochdruckkammern wurde eine moderne katalytische Crack-Anlage mit nordamerikanischer Lizenz errichtet.

Mit der Gründung der Ruhrkohle AG wurde die Hibernia am 30. September 1970 auf die Muttergesellschaft VEBA AG umgewandelt. Dadurch wurde Scholven, nun VEBA-Chemie AG genannt, eine direkte VEBA Tochter. Im Zuge der Neuordnung wurden eine Reihe von Anlagen, Neugründungen und Beteiligungen im Bereich der Chemieaktivitäten unter dem Dach des ehemaligen Hydrierwerkes zusammengefasst. Dies kennzeichnet die Schwerpunktverlagerung vom Treibstoff -und Mineralöluntemehmen zum Petrochemiebetrieb.

1975 wurde die Gelsenberg durch VEBA AG übernommen. Die Gelsenberg-Raffinerie in Gelsenkirchen-Horst wurde 1979 mit dem Werk Scholven der VEBA zu einem Produktionsverbund zusammengefasst. Parallel dazu wurde ein Teil der Petrochemieaktivitäten (die Kunststoff-Herstellung) am Standort Scholven auf die Chemischen Werke Hüls (heute Degussa) übertragen. 1979 erfolgte auch die Umbenennung in Veba Oel AG, da durch die Übernahme des Werkes Horst und die Abgabe von Chemieaktivitäten an die CWH der Anteil der Mineralölverarbeitung wieder angestiegen war.

In den Folgejahren wurden die Kunststoffanlagen wieder auf eine Tochtergesellschaft der Veba Oel übertragen, anschließend dann an die holländische Gesellschaft DSM verkauft, die wiederum die Anlagen im Jahr 2002 an die saudi-arabische Fa. SABIC verkauft hat. Heute werden die Kunststoffanlagen auf dem Scholvener Werksgelände von der SABIC Polyolefine GmbH betrieben.

1983 wurden die Werke Scholven und Horst in die neu gegründete Ruhr Oel GmbH - einem Gemeinschaftsunternehmen von Veba Oel und der venezolanischen Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela - eingebracht. Die Betriebsführung für die Werke lag bei Veba Oel.

2001 hat E.ON (die Nachfolger-Gesellschaft der VEBA AG) Veba Oel an BP verkauft. Der Veba Oel-Anteil an der Ruhr Oel wurde auf die Deutsche BP übertragen. 

zurück 3/33 vor

Kontakt & Infos

Ruhr Oel GmbH
Pawiker Str. 30
45896 Gelsenkirchen-Scholven

ÖPNV

S-Bahn S9 bis Gelsenkirchen-Hassel, dann Bus 243 bis "VEBA OEL AG"