Solarbunker Gelsenkirchen

Solarbunker Gelsenkirchen. Foto: Designfaktor
Solarbunker Gelsenkirchen. Foto: Designfaktor

Der Schalker Gruben- und Hüttenverein wurde 1872 unter maßgeblicher Beteili- gung des Essener Industriellen Friedrich Grillo gegründet. Sein Name geht auf den Sitz der Aktien- gesellschaft in Schalke bei Gelsenkirchen zurück. Zwei Jahre später wurde auf dem Werksgelände in Bulmke bereits der erste Hochofen angeblasen. Der sechste Hochofen ging 1903 in Betrieb. Vor dem Ersten Weltkrieg galt der Schalker Verein als größte Eisengießerei auf dem Kontinent.

August Thyssen erwarb Ende der 1880er Jahre eine starke Beteiligung und wurde 1889 Vorsitzender des Grubenvorstandes. 1897 gliederte sich der Verein das Hochofenwerk Vulkan in Duisburg, 1899 die Zeche Pluto in Wanne-Eickel an. 1905 kam es auf Betreiben August Thyssens und Emil Kirdorfs zunächst zur Interessengemeinschaft, dann, 1907, zum Zusammenschluß mit der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG), zu der zahlreiche Zechen gehörten. Mit der GBAG ging das Hüttenwerk nach 1926 in den Vereingten Stahlwerken auf. Nach der Entflechtung der Eisen- und Stahlindustrie als Folge des Zweiten Weltkrieges kam das Hüttenwerk zu den Rheinischen Stahlwerken. In den 1970er Jahren wurde es vom Thyssen-Konzern übernommen. Der letzte Hochofen wurde 1982 stillgelegt.

Der westliche Teil des des riesigen früheren Werksgeländes wurde 1996 von der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG) aufgekauft und soll wieder bebaut werden. Erhalten blieben hier die 12 Meter hohen und 240 Meter langen Erz- und Kohlebunker, auf denen ein außergewöhnliches Solarprojekt realisiert wurde: Im April 2008 ging hier ein Solarkraftwerk in Betrieb, das jährlich ca. 320.000 kWh Strom erzeugt.

Von dem rund 5.800 Quadtratmeter großen Dach des Bunkers speisen ab heute 1.621 Solarmodule Strom in das Mittelspannungsnetz der ELE ein. Die dafür erforderlichen 52 Wechselrichter, die aus dem Gleichstrom der Solaranlage Wechselstrom erzeugen, wurden in einer Bunkertasche untergebracht, die durch dicken Stahlbeton gut vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Als Neubau wurde vor dem ehemaligen Bunker eine Trafostation errichtet, die für die maximal mögliche Anlagengröße von zirka 400 kWp ausgelegt ist. 

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Kontakt & Infos

Solarbunker Gelsenkirchen
Europastraße
45888 Gelsenkirchen

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 bis "Musiktheater", dann mit Bus 340 bis "Oskarstr."; von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 340 bis "Oskarstr."