Solvay

Solvay. Foto: RIK / R. Budde
Solvay. Foto: RIK / R. Budde

Seit über 100 Jahren prägt das Solvay Werk die Silhouette der am linken Niederrhein gelegenen Stadt Rheinberg. Am 15. April 1861 meldet der Belgier Ernest Solvay ein Verfahren zur synthetischen Herstellung von Soda zum Patent an, das die Chemieindustrie revolutionieren sollte. Soda ist ein Naturprodukt, das seit alters her für die verschiedensten Anwendungen genutzt wird. Mit der zunehmenden Industrialisierung im 18. Jahrhundert reichten die natürlichen Soda vorkommen aber nicht mehr aus. Das damals gebräuchliche Leblanc-Verfahren zur industriellen Produktion von Soda war aufgrund des hohen Anteils an Nebenprodukten wie Calciumsulfid und Salzsäure, für die es keine bzw. keine ausreichenden Absatzmärkte gab, nicht wirtschaftlich und wenig umweltverträglich. Zwar gab es bereits Alternativen, doch scheiterten diese alle an der Umsetzung im industriellen Maßstab. Erst Emest Solvay gelang es, das so genannte Ammoniak-Soda-Verfahren, bei dem die Nebenprodukte des Leblanc-Verfahrens nicht anfallen, zur Produktionsreife zu entwickeln. Das eingesetzte teure Ammoniak konnte er dabei zurückgewinnen und in den Produktionskreislauf zurückführen.

Da Salz einer der wichtigsten Grundstoffe für die Sodaherstellung ist, entschließt sich Solvay 1904 aufgrund der riesigen Salzvorkommen im niederrheinischen Borth zum Bau einer Sodafabrik in Rheinberg. 1906 wird diese Anlage in Betrieb genommen. Und auch heute noch gehört Soda zu den wichtigsten Produkten am Solvay-Standort Rheinberg. Aber natürlich ist die Produktpalette mittlerweile stark erweitert worden, wobei der Ausgangsstoff für fast alle Rheinberger Produkte nach wie vor das Salz ist.

Zu den wesentlichen Merkmalen des Rheinberger Standortes gehört die Verbundwirtschaft, d.h. dass Nebenprodukte so weit wie möglich an Ort und Stelle für die Herstellung neuer Produkte verwendet werden; wodurch die Entstehung von Abfall-Stoffen minimiert wird. Eine solche Nutzung von Synergien wird auch für den am Solvay-Standort Rheinberg geplanten Industriepark angestrebt. Solvay möchte hier seine freien Industrieflächen für Unternehmen zur Verfügung stellen, die von Solvay benötigte Produkte herstellen bzw. die umgekehrt von Solvay hergestellte Produkte benötigen. Damit entfallen lange Transportwege, was nicht zuletzt auch der Umwelt zugute kommt.  

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Kontakt & Infos

Solvay Werk Rheinberg
ein Standort der Solvay-Gruppe Brüssel
Xantener Str. 237
47495 Rheinberg
Telefon: +49 (0) 2843 / 73-0

ÖPNV

Von Moers bzw. Wesel Bahnhof mit Bus 68 bis Rheinberg, Solvay