Haus Ende

Haus Ende. Foto: RIK / R. Budde
Haus Ende. Foto: RIK / R. Budde

Haus Ende ist der Alterstraum eines weltläufigen Junggesellen: Robert Müser (1849 - 1927), Sohn und Nachfolger des "Kohlendoktors" Friedrich Wilhelm Müser und Leiter der Harpener Bergbau AG in Dortmund, ließ sich 1913 diesen "Herrensitz" südlich von Dortmund in den Höhen des Ardeygebirges errichten. Auf einem heute dicht bewaldeten Hügel liegt der neobarocke Bau der Dortmunder Architekten Pinno und Bachmann; am Fuß des Hügels sind Pforte und Wirtschaftsgebäude plaziert. Eine von Rhododendronbüschen bestandene, heute zugewachsene Sichtachse läuft auf den säulengerahmten Hauptteil der Fassade zu, hinter dem sich die über zwei Geschosse reichende Halle mit ihrem riesigen Kamin befindet. Der Vestibülbereich und Salons im Rokokostil schließen sich an. Am westlichen Ende des Obergeschosses befand sich ein Wohnbereich für den Hausherrn. Der übrige Teil des Obergeschosses wird von Gästezimmern eingenommen. Lange erfreute sich Müser nicht an seinem Landhaus: nach dem Ersten Weltkrieg soll es den französischen Truppen während der Ruhrbesetzung 1923/24 gedient haben. Anschließend verkaufte Müser das Haus an Albert Vögler, einen engen Mitarbeiter von Hugo Stinnes und bald Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke. Vögler zog mit einer großen Familie in das Haus ein, dessen architektonischen Charakter er jedoch respektierte und deshalb nur wenig ergänzte. Im Zweiten Weltkrieg war der Wohnsitz eine der Schaltstellen der Ruhrindustrie. Vögler nahm sich wohl aus Angst bei Kriegsende das Leben, was als Schuldeingeständnis gewertet wurde. Seine politische Stellung ist deshalb bis heute umstritten, obwohl nichts auf eine aktive Unterstützung des Nationalsozialismus hinweist. Haus Ende wurde von der Arbeiterwohlfahrt Dortmund übernommen und diente als Säuglingsheim, seit 1982 als Zivildienstschule, heute "Bildungszentrum Herdecke des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben". Im großen Wohnhaus sind Küche und Speiseräume sowie die Verwaltung untergebracht.  

 

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Kontakt & Infos

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben
Bildungszentrum Herdecke
Ostender Weg 21
58313 Herdecke-Ostende
Telefon: +49 (0) 2330 / 8090-0

ÖPNV

Von Dortmund Hbf oder Hagen Hbf mit RegionalBahn RB52 "Volmetalbahn" bis "Wittbräucke", dann ca. 10 Minuten Fußweg