Haus Rott

Haus Rott.
Haus Rott.

Auf einem ausgedehnten Gelände im Broich-Speldorfer Wald befinden sich Zeugnisse des von Hugo Stinnes (1870-1924) und seiner Frau Cläre geplanten Wohnsitzes Haus Rott. Schon 1903 hatte Stinnes das Gelände erworben und hoffte zunächst auch auf gewinnbringende landwirtschaftliche Nutzung. Das vorhandene Bauernhaus diente seither der vielköpfigen Familie als Wochenendsitz. Während im Sommer 1914 der Bau des Haupthauses durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges in letzter Minute vereitelt wurde, waren die beiden symmetrischen Pförtnerhäuser, ein Wohnhaus und das Palmenhaus mit Gewächshäusern bereits begonnen oder gar fertiggestellt. Ein nur im Rohbau fertiges barockisierendes Teehaus wurde später ausgebaut. In den 50er Jahren wurde das bereits in den 20er Jahren geplante Mausoleum für Hugo Stinnes auf dem Gelände errichtet.

Die vorhandenen Gebäude verweisen in ihrer Gestaltung auf das geplante Haupthaus, das ein weitläufiger, von Arkaden umzogener Bau mit hohen Schieferdächern werden sollte, wie das in Fotos überlieferte Modell zeigt (Architekt Karl Kuebart, Barmen).

Nach dem Ersten Weltkrieg legte die Familie Stinnes sich Wohnsitze am Mittelrhein, in Schweden und in der Lausitz zu, wo das Schloss Weisskollm während der Ruhrbesetzung als Hauptwohnsitz diente. Nach dem überraschenden Tod des charismatischen und gefürchteten Industriellen Stinnes im Jahre 1924 brach sein Wirtschaftsimperium bald zusammen. Das Gelände von Haus Rott blieb der Familie erhalten. In den 50er Jahren ließ die Stinnes-Witwe Cläre Stinnes-Wagenknecht (1872-1973) hier von Helmut Hentrich aus Düsseldorf ein inzwischen wieder verschwundenes Wohnhaus errichten.

Heute ist das Areal, wie bis vor kurzem auch das gegenüberliegende Anwesen Fritz Thyssens, im Besitz der Familie Grillo.  

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Kontakt & Infos

Haus Rott
Großenbaumer Straße 253
45479 Mülheim an der Ruhr

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Straßenbahn 102 bis "Waldschlösschen", dann ca. 30 Minuten Fußweg oder von Duisburg Hbf mit Regionalbahn RB 37 bis "DU-Entenfang", dann ca. 30 Minuten Fußweg