Haus Ruhreck

Haus Ruhreck. Foto: RIK / R. Budde
Haus Ruhreck. Foto: RIK / R. Budde

Waggonfabrikant Caspar Diedrich Killing konnte im Jahre 1878 mit seiner Familie dieses einsam inmitten eines bewaldeten Hügels gelegene Haus beziehen. Der aus Dahl stammende Techniker hatte zunächst mit seinem Schwie- gersohn Bernhard Dietrich Rath auf einem von der Familie Söding 1858 erworbenen Eisenhammer- werk in Eckesey mit der Herstellung von Eisenbahnbedarf begonnen. In den 1860er Jahren kamen militärische Gerätschaften sowie der Waggonbau dazu. Nach dem Eintritt seines Sohnes Friedrich im Jahre 1870 entstand daraus 1873 die "Westfalia-Waggonfabrik auf Aktien", die jedoch 1875 in Konkurs ging und als "Killing & Sohn" neu begründet wurde. Durch erheiratetes Vermögen soll nach einigen Jahren die Fertigstellung des 1871 begonnenen Hauses möglich gewesen sein. Caspar Diedrich Killing starb 1888; die Waggonfabrik wuchs unter seinem Sohn Friedrich schnell; erst die schwierigen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg führten 1927 zur Beteiligung am "Westwaggon"-Zusammenschluss und zur Einstellung der Produktion in Hagen.

Das Haus Ruhreck - zunächst trug es den Namen Killingsburg - ist ein neugotischer Bau im Stile der Tudorgotik mit ihren charakteristischen abgeflachten Bogenformen, wie sie etwa die Hannoveraner Schule bevorzugte; der Entwurfsverfasser ist aber nicht bekannt. Jede in gelbem Sandstein ausgeführte Fassade des im Grundriss etwa quadratischen, über hohem Sockel zweigeschossigen Baus ist zwecks eines malerischen Eindrucks anders gestaltet. Die schlichteste Seite besitzt einen nur schwach vorspringenden Risaliten mit drei Fenster- achsen. Eine weitere Seite wird von einem als Turm fortgesetzten Vorbau dominiert, dessen eine Ecke wiederum als runder Treppenturm ausgebildet ist. Zwei Fassaden schließlich sind über eine abge- schrägte Ecke und einen schräggestellten Erker miteinander verknüpft; ein polygonale Vorbau sowie eine mit offenem Glasdach versehene Terrasse erstrecken sich vor dem Hauptgeschoss; ein vorgezogener Giebel schließt die Fassade ab. Zinnenkranz und Ecktürmchen bekrönen den ganzen Bau.

Nach lokaler Überlieferung wurde ging die Villa durch eine Scheidung in den Besitz der Ehefrau und deren Familie über; heute befindet sich ein Architekturbüro in dem Bau. 

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Kontakt & Infos

Haus Ruhreck
Haus Ruhreck 1
58099 Hagen-Boele

ÖPNV

Von Hagen Hbf mit Bus 594 bis  "Niedernhofstr.", dann ca. ca. 10 Minuten Fußweg.