Schloss Landsberg

Schloss Landsberg. Foto: RIK / R. Budde
Schloss Landsberg. Foto: RIK / R. Budde

Im Jahre 1903 erwarb der Mülheimer Industrielle August Thyssen (1842-1926) von den Freiherren von Landsberg-Velen deren Stammschloss, das Burgschloss Landsberg an der Ruhr, heute auf dem Gebiet der Stadt Ratingen gelegen. Was Thyssen vorfand, war eine weitgehend durch die mittelalterliche Burg geprägte Anlage, die im 17. und 18. Jahrhundert durch einen neuen Palas (Wohnhaus) sowie einen Terrassengarten modernisiert worden war.

Thyssen ließ unmittelbar nach dem Erwerb diesen Bau nach Plänen des Architekten Otto Lüer aus Hannover tiefgreifend um- und ausbauen. Zum Tal hin wurden ein Neubau für Speisesaal und Wintergarten sowie Remisen angefügt.

Das Innere enthält im Erdgeschoss Repräsentationsräume: neben den erwähnten die barocke Eingangshalle und einen "Salon" im Stil des 18. Jahrhunderts. Im Obergeschoss liegen die Wohnräume August Thyssens und ein Gästeapartment im Biedermeierstil. Diesem ist der künstlerische Höhepunkt zugeordnet: ein aufwendiges Badezimmer in den Formen des Jugendstils, das zunächst auf der Weltausstellung von 1900 in Paris zu sehen war und später von Thyssen erworben wurde. Thyssen ließ auch den Terrassengarten, in dessen Mittelpunkt eine unterhalb der Zugangsbrücke gelegene Brunnenanlage steht, mit Anklängen an das barocke Vorbild von dem Hannoveraner Architekten Julius Trip wieder herstellen und das umgebende Waldgelände gestalten.

Das Haus diente dem geschiedenen, alleine lebenden Industriellen zur Erholung, aber auch zu geschäftlichen Besprechungen und vor allem gesellschaftlichen und privaten Veranstaltungen. Seinen Wintergarten schmückte Thyssen mit persönlich bei Auguste Rodin in Paris erworbenen Skulpturen.

Das Schloss wurde zunächst von der Familie weiter genutzt. 1929 gründete man die "August-Thyssen-Stiftung Schloss Landsberg". Im Zweiten Weltkrieg war es mit dem gegenüberliegenden Haus Hugenpoet Sitz eines Planungsstabes der Kriegswirtschaft (Stab Rohland). Nach dem Krieg diente es als Kinderheim und als evangelische Freizeit- und Begegnungsstätte. Anfang der 90er Jahre richtete die Thyssen AG hier ein Schulungs- und Tagungshaus ein. Die historischen Wohn- und Arbeitsräume Thyssens wurden umfassend restauriert, im Bereich der barocken Orangerie entstand ein Wohnturm. Der Park wurde weitgehend in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt und ist einschließlich des umgebenden Waldgeländes für Besucher zugänglich. 

zurück 7/52 vor

Kontakt & Infos

August Thyssen Stiftung
Schloss Landsberg
August-Thyssen-Straße 1
45219 Essen-Kettwig
Telefon: +49 (0) 211 / 82 43 801-2

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus-Linie 132, von Kettwig Bf mit Bus-Linie 182 bis „Schloss Hugenpoet“, dann ca. zehn Minuten Fußweg