Schloss Styrum

Schloss Styrum. Foto: RIK / R. Budde
Schloss Styrum. Foto: RIK / R. Budde

Das heute eher unspektakulär wirkende Schloss Styrum gehört zu den ältesten Herrensitzen an der Ruhr. Bereits 1067 kam Styrum in den Besitz des Stiftes Kaiserswerth. Im späten 13. Jahrhundert ließen sich hier die von der Lenne vertriebenen Grafen von Limburg(-Styrum) nieder, denen Styrum später als reichsunmittelbare Herrschaft verliehen wurde.

Wohl nach Schäden im Dreißigjährigen Krieg erhielt das Schloss Mitte des 17. Jahrhunderts wesentliche bis heute erkennbare Elemente: Der wohl spätmittelalterlicher Kern wurde von zwei Querbauten flankiert (erhalten blieb der westliche); auf der Südseite entstand ein polygonaler Treppenturm mit geschweifter Haube. Ein Torbau mit Kapelle (heute Seminarraum des Wassermuseums) wurde errichtet. Der Hauptbau besaß zu dieser Zeit ein hohes Dach; darunter befand sich im Obergeschoss ein großer Rittersaal.

Ein Gutsherr, der das Anwesen 1861 wohl ziemlich heruntergekommen erwarb und rein "landwirtschaftlich" nutzte, ließ einen niedrigeren Dachstuhl errichten und Innere grundlegend umbauen. In dieser Gestalt erwarb August Thyssen, der in Styrum ein Walzwerk betrieb, den Bau im Jahre 1890, sicherlich hauptsächlich, um das Gelände für seine Wasserwerksgesellschaft zu nutzen; er ließ 1892/93 in unmittelbarer Nähe einen Wasserturm errichten.

Um 1930 renovierte man den Schlossbau als Wohnsitz für Franz Lenze (1878-1937). Der Chemiker und Maschinenbauer hatte sich, seit 1906 für Thyssen tätig, zu einem der wichtigsten Mitarbeiter des Konzernherrn entwickelt. Nach dem Tod August Thyssens 1924 und der Eingliederung weiter Teile des Thyssen-Konzerns in die Vereinigten Stahlwerke im Jahre 1926 wurde Lenze Leiter der bei der Familie verbliebenen Unternehmen, insbesondere als Vertreter Heinrich Thyssen-Bornemiszas, unter dem Dach der Thyssenschen Gas- und Wasserwerke in Hamburg, als deren Generaldirektor er fungierte.

Unter Lenze wurde wohl nach Plänen Hans Tietmanns die Nordfassade des Baus durch eine Arkadenreihe neben dem Treppenturm und ein repräsentatives Portal zur Eingangsseite aufgewertet. Die Südseite mit dem neu gestalteten Park - anlässlich der Mülheimer Gartenschau 1992 erneuert - und einer Freitreppe bildete dagegen die Gartenfront. An der Westseite wurde ein zeittypisches, dekoratives Türmchen angebaut. Insgesamt zeigt der Umbau die auch bei Schloss Landsberg, dem repräsentativen Wohnsitz August Thyssens, zu beobachtende Mischung aus Wiederherstellung mit Respekt vor dem Originalbestand, zeitnaher und moderner Ergänzung.

Nach Übernahme durch die Stadt Mülheim wurde hier 1959 die erste deutsche Altentagesstätte eingerichtet; sie teilt sich den Bau nach einer umfassenden Sanierung mit der Frank Schwarz Gastro Group GmbH, die das Erdgeschoß des Schlosses nutzt.

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Kontakt & Infos

Schloss Styrum
Moritzstr. 102
45476 Mülheim / Ruhr - Styrum

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf oder S-Bahnhof Mülheim-Styrum mit Bus 128 bis „Schloss Styrum“

Tipp

Das erste Gründer- und Unternehmermuseum (GUM) seiner Art in Deutschland eröffnete im September 2008 im ehemaligen Stammsitz von August & Josef Thyssen und dem heutigen HAUS DER WIRTSCHAFT, Wiesenstr. 35, 45473 Mülheim an der Ruhr.
In einer musealen Ausstellung werden die Erfolgsgeschichten Mülheimer Unternehmer anschaulich bemacht. Das GUM ist ein "Flurmuseum". Es befindet sich im imposanten Lichthof und auf den Gängen und Fluren des HAUSES DER WIRTSCHAFT mit integriertem Gründerzentrum auf insgesamt 650 qm Fläche.Öffnungszeiten:
Mo-Do 9- 17 Uhr
Fr 9-15 Uhr
Sa, So und an Feiertagen geschlossen
www.muelheim-business.de