Villa Albert Lohmann

Villa Albert Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde
Villa Albert Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Villa gegenüber dem Haus Berger an der Ecke Ruhrstraße/Bergerstraße wurde von dem Branntweinfabrikanten Albert Lohmann (1814-1901), dem Zwillingsbruder Gustav Lohmanns errichtet. Der um 1865 entstandene Bau besitzt Stuckfassaden. Das Erdgeschoss ist quaderförmig angelegt und mit Rundbogenfenstern versehen. Ein späterer Nutzer des Gebäudes war Arthur Imhausen.

Der Chemiker, Kaufmann und Ingenieur Arthur Imhausen (1885-1951) kam 1913 nach Witten, wo er die kleine Seifenfabrik „Märkische Seifen Industrie“ (MSI) übernahm. Unter seiner Führung wurde die MSI Anfang der 1930er Jahre zu einem der größten Wittener Betriebe. Imhausens Hauptinteresse galt aber der Herstellung synthetischer Nahrungsmittel, insbesondere der Fettsynthese. Dabei nutzte er das Fischer-Tropsch-Verfahren zur Gewinnung künstlicher Margarine aus Kohle. Obwohl Alfred Imhausen von den Nationalsozialisten als „Halb-Jude“ eingestuft wurde, erklärte man ihn wegen seiner Verdienste um die kriegswichtige Fettsäureproduktion zum „Vollarier“. Es ist bekannt, dass Imhausen für seine Forschungen vor und während des Zweiten Weltkrieges auch Menschenversuche unternahm.

1981 kaufte die Stadt Witten die Villa und vermietete sie an die Universität Witten-Herdecke. 2006 erwarb die Fördergesellschaft für Musiktherapie e.V. das Gebäude. Heute finden hier behinderte Kinder und erkrankte Erwachsene einen therapeutischen Zugang zur Musik.

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Kontakt & Infos

Villa Albert Lohmann
Ruhrstraße 70
58452 Witten

ÖPNV

Von Witten Hbf ca. fünf Minuten Fußweg oder mit Bus 320, 371, 375, 376 oder 378 bis „Saalbau“