Villa Dickmann

Villa Dickmann. Foto: RIK / R. Budde
Villa Dickmann. Foto: RIK / R. Budde

Für die Familie des Formsandgrubenbesitzers August Dickmann errichtete der Recklinghauser Architekt Nebel 1901 - 1903 ein repräsentatives Wohnhaus. Die Villa mit ihren zahlreichen Aus- und Aufbauten und einfallsreichem Stuckdekor verbindet Formen der Spätgotik und des Jugendstils. Nach dem Vorbild des englischen Landhauses ist der Bau plastisch durchgeformt und auf malerische Vielansichtigkeit hin angelegt. Besonders auffällig sind der über drei Geschosse reichende runde Eckturm und die verschiedenen in Stuck oder Fachwerk ausgeführten Giebel. Unter der reichen Ausstattung sind die Jugendstilfenster im Treppenhaus besonders erwähnenswert. Ein Gitter im Barockstil mit reich verzierten Torpfosten umgibt den Landschaftsgarten.

Der Bau ist an der Straßenfront mit "Villa Gertrude" bezeichnet, und in den Plänen zur Baugenehmigung tritt Dickmanns Frau als Bauherrin auf. Bemerkenswert ist somit, dass eine Unternehmervilla nicht von einem "Mann" gebaut wurde. Auffällig im Grundriss ist der viertelrund endende Gang, der aus der Halle an die Gartenseite führt und an dessen Ende die Toiletten liegen. Offensichtlich wollte man diese möglichst weit von den Wohnräumen entfernt unterbringen.

1976 kaufte die Stadt Bottrop die Villa und den umgebenden Park. Nach gründlicher Renovierung zogen hier zunächst ein Lehrerseminar und später das Grünflächenamt ein. 2004 wurde die Villa an einen Bottroper Architekten verkauft und umgebaut. Neben den Räumen des Architekturbüros gibt es nun auch wieder Wohnräume in der Villa. Mit der weitgehend erhaltenen Innengestaltung konnte der Bau seinen ursprünglichen Charme bewahren. 

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Kontakt & Infos

Villa Dickmann
Bogenstraße 40
46236 Bottrop

ÖPNV

Von Bottrop Hbf mit Bus 186, 260, 266 bis "Zeppelinstr", dann ca. 5 Minuten Fußweg 

Tipp

Weiteres zur Geschichte der Villa und zum Formsandabbau in Bottrop
www.dirkhellmann.de