Villa Gustav Lohmann

Villa Gustav Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde
Villa Gustav Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde

Der ungewöhnlich mächtige Bau von 1873 im Stil des „italienischen“ Spätklassizismus gehört zu den qualitätsvollsten Wohnhäusern in Witten. Entworfen und gebaut wurde die Villa für Gustav Lohmann. Der Fabrik- und Brennereibesitzer Gustav Lohmann (1847-1934) pachtete gemeinsam mit seinem Bruder Albert im Jahre 1854 von seiner Familie die bereits 1790 gegründete Kornbranntweinbrennerei Lohmann. Sie firmierte dann als Brennerei Albert & Gustav Lohmann.

Das zweieinhalb-geschossige Gebäude hat an der Straßenseite einen Vorbau, der sich im Erdgeschoss zwischen ionischen Säulen zu einer breiten, geraden Freitreppe öffnet. Darüber tragen korinthische Säulen eine Dreier-Arkade, die reich mit Laubwerk verziert ist. Der flache Dreiecksgiebel ist mit Allegorien der Industrie und des Handels geschmückt, zwischen denen sich ein Merkurstab befindet - ein Hinweis auf die unternehmerische Tätigkeit des Bauherrn. Mit Patina und zahlreichen Kriegsspuren demonstriert der Bau eindrucksvoll die materielle Dauerhaftigkeit der Baukunst des 19. Jahrhunderts.

Um 1900 erwarb Wilhelm Dittmann, Gründer des Wittener Unternehmens Dittmann & Neuhaus, das Gebäude. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt, wobei Dachstuhl und Zwischengeschoss ausbrannten. Seit 1985 ist das Gebäude in der Denkmalliste der Stadt Witten eingetragen.

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