Villa Kerckhoff

Villa Kerckhoff. Foto: RIK / R. Budde
Villa Kerckhoff. Foto: RIK / R. Budde

Während vom barocken Wohnhaus des Firmen- gründers, des "Metallgroß- händlers" Gustav Kerckhoff (1827-1881) an der Potthofstraße nach Kriegszerstörung nichts blieb, heißt der Kerckhoff-Park an der Stelle des ehemaligen Firmenanwesens heute Ferdinand-David-Park. 2004 wurden dort einige vom Rembergfriedhof stammende Grabplatten der Familie Kerckhoff aufgestellt.

Die Kerckhoffs gehörte zu den führenden Familien der Stadt und waren unter anderem maßgeblich beteiligt an der Gründung eines Orchesters, dem Bau des Stadttheaters und der Stadthalle. Gustav Adolf Kerckhoff (1878-1936) erhielt seine berufliche Ausbildung als Kaufmann u.a. in England und den USA, wo er sicherlich mit der dortigen Wohnkultur in Kontakt kam. Als begeisterter Kavallerist wurde er die "Seele des Hagener Reitsports" und initiierte die Gründung des Reitervereins und seiner Anlagen.

Als Juniorchef des Unternehmens und Compagnon seines älteren Bruders Karl ließ sich Gustav Adolf Kerckhoff von den Gebrüdern Ludwigs, dem führenden Hagener Architekturbüro der Zeit, in Hagen-Eppenhausen im Jahre 1922 eine Villa errichten. Das Gelände war bereits vor dem Ersten Weltkrieg als Erweiterung der Gartenvorstadt Hohenhagen vorgesehen gewesen, mit der sich unter anderem van de Velde, Behrens, Loos und Endell beschäftigt hatten. Zunächst hatte Kerckhoff sich um Walter Gropius als Architekten bemüht, wie die Gebrüder Ludwigs Schüler von Peter Behrens.

Das schließlich in der wirtschaftlich wie politisch schwierigen Nachkriegszeit einzig realisierte Haus in dieser Gegend lehnte sich aber an Vorbilder der niederländisch-englischen Wohnarchitektur an: ein schlichter, zweigeschossiger Baukörper mit hohem, geschlossenen Walmdach, die mittlere der fünf Fensterachsen durch einen bogenförmig vorspringenden Altan auf betont reduzierten Säulen betont; darunter zurückliegend die Eingangstür mit Lünette und Seitenfenstern zum Palladio-Motiv kombiniert. Das Dach wird von den dunklen Backsteinwänden durch das typische Ludwigs-Traufgesims abgesetzt.

Im Innern ist eine zentrale Treppenhalle zu vermuten, um die sich die eher schlichten Wohnräume auf beiden Etagen verteilen; offene Kamine betonen die Repräsentationsräume.

An der rechten Seite flankiert ein Wirtschaftsflügel den zentralen Vorplatz mit Brunnenrondell; auf der Gartenseite greift eine Terrasse halbkreisförmig aus; der weitläufige Park ist teilweise bewaldet und besitzt einen Teich mit Insel. 

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Kontakt & Infos

Villa Kerckhoff
Lohestr. 3
58093 Hagen-Eppenhausen

ÖPNV

Von Hagen Hbf ZOB (Bussteig 3) mit Bus 527, von Hohenlimburg Bf. mit Bus 534 bis "Stirnband"