Borsigplatz

Der Borsigplatz in Dortmund. Foto: RVR / R. Budde
Der Borsigplatz in Dortmund. Foto: RVR / R. Budde

Der Borsigplatz, eine alte Wegkreuzung, bildet den Mittelpunkt des Hoesch-Viertels, das nach Gründung des Hüttenwerks entstand. Seinen Namen erhielt der Platz nach Albert Borsig (1829-1878), dem Sohn des bekannten Berliner Lokomotivfabrikanten. Er war Mitbegründer der nahe gelegenen Maschinenfabrik Deutschland, die 1911 mit Hoesch fusionierte. Zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg siedelten sich viele Zuwanderer im Hoesch-Viertel an, so dass 1920 etwa jeder Fünfte der 25.000 Einwohner aus Polen stammte.

Die planmäßige Bebauung der Dortmunder Nordstadt erfolgte nach einem Bebauungsplan von 1898. Ursprünglich sollte das projektierte Straßennetz durch zwölf Plätze mit besondere städtebaulicher Qualität unterbrochen werden. Neben dem Borsigplatz wurde aber nur noch der Nordmarkt verwirklicht. Der Borsigplatz war nach Pariser und Berliner Vorbildern als runder Platz konzipiert. Fünf der sechs einmündenden Straßen zielen radial auf den Mittelpunkt.  Die Kreisabschnitte zwischen den Einmündungen wurden zwischen 1898 und 1929 bebaut. Von den ehemals 15 Gebäuden spiegeln 12 noch den Zustand ihrer Erbauungszeit wider.

Aus einer Fußballmannschaft des Jünglingsvereins der Dreifaltigkeitskirchengemeinde entstand 1909 der BVB (Ballspielverein Borussia 09 Dortmund). Die katholische Gemeinde wurde zu einem großen Teil von polnischen Einwanderern gebildet, die sich ein vielfältiges Vereinswesen schufen. Dazu gehörte auch der Fußball, der bald Immigranten und Einheimische zusammenführte. An der Stelle des heutigen Hoeschparks befand sich das erste Stadion des Vereins, die "Weiße Wiese". In den 1930er Jahren enteigneten die Nationalsozialisten den Verein ohne Entschädigung. Die Fußballspiele mussten fortan im Stadion Rote Erde ausgetragen werden. Trotz dieser Verlagerung der sportlichen Aktivitäten ist der Borsigplatz bis heute Schauplatz von Fan-Feierlichkeiten nach größeren Fußball-Erfolgen der Borussia.

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Kontakt & Infos

Borsigplatz
44145 Dortmund (Nordstadt)

ÖPNV

U-Stadtbahn U44 bis "Borsigplatz" 

Führungen

Führungen und Infos bieten die Borsigplatz VerFuehrungen
Fon  02 31 | 9 81 88 60
www.borsigplatz-verfuehrungen.de 

Tipp

An die Zeit, als nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Freizeit ganz im Zeichen von Kohle und Stahl stand, erinnert der benachbarte "Hoesch-Park". Schon in den 1920er Jahren war der Wunsch nach einer Park- und Sportanlage im Dortmunder Norden aufgekommen. Ab Ende der dreißiger Jahre schufen die Hoesch-Werke eine Sport- und Erholungsstätte mit "Kampfsportarena". Nachdem der Park in der NS-Zeit vorwiegend dem reglementierten Sportgeschehen gedient hatte, entwickelte er sich in den fünfziger Jahren zu einem echten Volkspark für vielfältige Freizeitaktivitäten. Mit dem Wandel der Freizeit- gewohnheiten und der Anlage des Westfalenparks verlor der Hoeschpark an Bedeutung.