Glückauf-Kampfbahn

Glückauf-Kampfbahn. Foto: RIK / Guntram Walter
Glückauf-Kampfbahn. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Glückauf-Kampfbahn war das erste, eigene Stadion von Schalke 04. Hier wurde der Verein sieben Mal Deutscher Meister, in den Jahren 1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958. Begonnen hatte die Geschichte des Vereins 1904, als er von ein paar Jungen unter dem Namen 'Westfalia Schalke' gegründet wurde. Die ersten Spiele fanden auf einer holprigen Wiese am Haus Goor am Westrand des Stadtteils statt. Während des 1.Weltkrieges nutzte die Westfalia einen anderen Sportplatz an der Grenzstraße, der von der Zeche Consolidation gepachtet worden war. Mit Hilfe der Zeche wurde der Platz ausgebaut, ein Bretterzaun und Umkleideräume mit Wasseranschluss errichtet sowie der Platz mit Asche planiert. Auch die Planung eine eigenen Stadions nach dem Krieg erfolgte in Zusammenarbeit mit der Zeche Consolidation. Diese verpachtete das Gelände im Norden des Stadtteils langfristig an den inzwischen in FC Gelsenkirchen-Schalke 04 umbenannten Verein. Auch die Planungsarbeiten wurden von der Bauabteilung der Zeche durchgeführt. Die Grundsteinlegung erfolgte im August 1927, im Beisein von Vertretern der Zeche Consolidation, der Stadt und des WSV. Eingeweiht wurde die neue 'Kampfbahn' ein Jahr später im August mit einem Spiel gegen Tennis Borussia Berlin - Schalke gewann mit 3 : 2. Ursprünglich war eine reine Stehplatzarena geplant, doch fünf Wochen vor der Eröffnung wurden noch 1.200 Sitzplätze eingebaut. Die Stehränge bestanden im Grunde nur aus Erdwällen, daher konnten in der eigentlich nur für 34.000 Zuschauer angelegten Arena beim Spiel nach der Sperre gegen Düsseldorf am 1. Juni 1931 auch mal 70.000 Zuschauer Platz finden. Der Name Kampfbahn-Glückauf wurde zum Inbegriff von Schalke. Er dokumentierte die Verbindung des Vereins zum Bergbau, der Bergmannsgruss wurde aber auch zu einer beständigen Beschwörung der aufstrebenden Knappen. Der Verein hatte ab 1928 wirklich eine Heimat gefunden: Erstmals gehörte das Stadion dem Verein. Darüber hinaus verkörperte die Glückauf-Kampfbahn eine Situation, in der Wohnraum, Arbeitsplatz und Stadion mehr oder weniger eine Einheit bildeten. Schalke war eine 'geschlossene Gesellschaft'. Das gemeinsame Milieu aller Schalker sorgte für die besondere Atmosphäre im Stadion und in seinem Umfeld. Dies blieb auch nach den Modernisierungen der dreissiger und fünfziger Jahre und nach Errichtung des Tribünenbaus so - schliesslich sind auch die fünfziger und sechziger Jahre in Gelsenkirchen noch einmal vom Bergbau und damit von einer relativ einheitlichen Arbeiterschaft geprägt. Die Errichtung von Kassenhäuschen (1950) oder die Einweihung einer Flutlichtanlage (22.12.1956) waren dabei nur äusserliche Veränderungen. Dieses änderte sich 1965, als der Verein in finanzielle Schwierigkeiten geriet und der Verein die Glückauf-Kampfbahn an die Stadt verkaufen musste. Wenig später begannen Planungen für das neue Parkstadion, zum einen aus der Tatsache heraus, dass die Kampfbahn für die Zuschauerzahlen der Bundesliga zu klein geworden war, zum anderen wegen der möglichen Zuschüsse, die Land und Bund wegen der bevorstehenden Weltmeisterschaft gewährten. 1973 wurde das neue Parkstadion, abseits vom Stadtteil Schalke auf dem Berger Feld gelegen, eingeweiht.

Mit dem Umzug ins Parkstadion endete auch die ruhmreiche Zeit der Glückauf-Kampfbahn. Nach dem letzten Bundesligaspiel am 6. Juni 1973 gegen den HSV, in dem der Klassenerhalt durch einen 2:0-Sieg gesichert wurde, wurde das Stadion nur noch für Amateur- und Jugendspiele genutzt. Die Tribünen verfielen zusehends, und in den Kurven wucherte das Unkraut zum Teil meterhoch. Die Idee, in der Glückauf-Kampfbahn ein Fußballmuseum einzurichten, konnte aus Geldmangel nicht realisiert werden, und Ende der 1980er Jahre wurden die Tribünen mit Ausnahme der seit 1986 denkmalgeschützten Haupttribüne abgetragen und in Erdwälle verwandelt.

Wenn man heute am Ernst-Kuzorra-Platz steht, die verwitterten Kassenhäuschen sieht und einen Blick ins Innere des Stadions wirft, läßt sich nur noch erahnen, wie es früher gewesen sein muss, als das Stadion meist zum Bersten gefüllt war und das Herz Schalkes noch in der Glückauf-Kampfbahn schlug. 

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Kontakt & Infos

Glückauf-Kampfbahn
Kurt-Schumacher Str. 143-145 / Ernst-Kuzorra-Platz
45881 Gelsenkirchen-Schalke

ÖPNV

Mit der Straßenbahnlinie 302 von Gelsenkirchen HBF bis
"Ernst-Kuzorra-Platz", dann 5 Minuten Fußweg.