Märzgefallenen-Denkmal auf dem Nordfriedhof in Eving

Märzgefallenen-Denkmal auf dem Nordfriedhof. Foto: RIK / Guntram Walter
Märzgefallenen-Denkmal auf dem Nordfriedhof. Foto: RIK / Guntram Walter

Am Morgen des 13. März 1920 zog die "Brigade Erhardt" mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Hakenkreuzen am Stahlhelm durch das Brandenburger Tor bis zum Regierungsviertel, um die noch junge Weimarer Republik zu beseitigen. Angeführt wurden die Putschisten von dem konservativen Reichstagabgeordneten und Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Wolfgang Kapp, zusammen mit dem Oberbefehlshaber aller Reichswehrtruppen Nord-, Mittel- und Ostdeutschlands General von Lüttwitz.

Als wenig später die Nachricht vom Putsch auch in Dortmund eintraf, brach im Ruhrgebiet ein Aufstand der Kommunisten und der Unabhängigen Sozialdemokraten aus. Er wandte sich gegen die Polizeitruppen, Sicherheits- und Einwohnerwehren, um sich Waffen und Munition für die rasch aufgestellte Rote Armee zu verschaffen. Diese Taktik trat schon am 13. März in Dortmund hervor. Die Unruhen begannen mit Massenversammlungen, mit der gewaltsamen Befreiung des gefangenen Kommunistenführers Adolf Meinberg und mit Angriffen auf die Polizeiwachen. Am 15. März stürmten große Massen gegen das Stadthaus vor. Sie wurden jedoch von der Polizei zurückgeschlagen, wobei 13 Tote auf dem Kampfplatz blieben. 9 der Toten liegen auf dem Nordfriedhof.

Zwei Tage später rückten rote Arbeiterbataillone in einer Stärke von 10 - 12.000 Mann von Süden her zum konzentrischen Sturmangriff auf Dortmund vor. Die Angreifer waren gut bewaffnet, es sind jedoch nur zwei Granaten über Dortmund abgefeuert worden. Eine schlug in den Kirchturm der Reinoldikirche ein, die zweite in das nordwestliche Eckhaus Königswall-Katharinenstraße. Vom frühen Morgen an kämpften am 17. März in den Dortmunder Straßen Deutsche gegen Deutsche, Arbeiter gegen Arbeiter. Da die Reichswehr nicht zum Schutz der schwachen Dortmunder Streitkräfte einrücken durfte, ergab sich gegen Mittag die Stadtverwaltung. Adolf Meinberg übernahm die vollziehende Gewalt. Er erklärte die entwaffnete Dortmunder Polizei, Sicherheits- und Einwohnerwehr für aufgelöst und bildete eine neue revolutionäre Arbeiterwehr, die sogenannten Rotgardisten. Die folgenden 17 Tage stand Dortmund unter der Herrschaft des lokalen "Vollzugsrates". Es war Meinberg unmöglich, die Führung über seine Arbeiterwehr zu behaupten. Bei der Knappheit der Lebensmittel drohte die Gefahr einer Hungersnot, und es entstand ein Durcheinander von unaufhörlichen Schießereien, Plünderungen, Erpressungen, Generalstreik der Arbeiter und Gegenstreik der städtischen Beamten, bis endlich Reichswehrtruppen, es waren bayrische Schützen der Brigade von Epp, am Ostersonntag und Ostermontag in Dortmund einrückten. 

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Kontakt & Infos

Bezirksfriedhof Nordfriedhof
Burgholzstr. 240
44339 Dortmund-Eving
Das Denkmal befindet sich auf dem Nordfriedhof in der Nähe des Eingangs Osterfeldstr. 80 Meter geradeaus vom Eingang, dann den zweiten Weg links (vor der Grabstätte "Hibbeln"). Das Denkmal ist nach wenigen Metern auf der rechten Seite zu finden. (Feld28)

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit U-Bahn U41 bis "Zeche Minister Stein", dann mit Bus 412 bis "Nordfriedhof"