Zeche Nachtigall

Zeche Nachtigall. Foto: LWL-Industriemuseum
Zeche Nachtigall. Foto: LWL-Industriemuseum

Die Anfänge der Zeche Nachtigall, der größten erhaltenen Anlage im Muttental, reichen bis in das Jahr 1714 zurück. In dem Jahr wird sie erstmals urkundlich erwähnt; 1832 schlossen sich neun kleine Zechen zur „Gewerkschaft Vereinigte Nachtigall“ zusammen, die noch im gleichen Jahr den Tiefbauschacht Neptun abteufte. Friedrich Harkort, der eine mechanische Werkstatt in Wetter an der Ruhr betrieb, lieferte die Maschinen. Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung führten zur Anlage eines zweiten Schachtes (Hercules) und nach dem Abteufen eines dritten (Catharina) entwickelte sich die Zeche zu einer der größten Schachtanlagen zu dieser Zeit. Aber der Zeche war nur eine kurze Blütezeit von 1867 bis 1875 beschieden. Bald schon gingen die Kohlenvorräte zur Neige und so erfolgte 1883 der Zusammenschluss mit der Zeche Helene in Bommern. In den 1920er-Jahren wurde zwar der Abbau in dem Grubenfeld Nachtigall wieder aufgenommen, 1927 erfolgte dann aber die endgültige Stilllegung.

Von der Zeche Nachtigall sind das Maschinenhaus erhalten mit einer von der Zeche Franz Haniel übernommenen Zwei-Zylinder-Verbund-Dampfmaschine von 1887, ein Betriebsgebäude sowie der Kesselhausschornstein; aber auch zwei Ringöfen sind zu besichtigen. Sie stammen von der Ziegelei Dünkelberg, die 1892 auf dem Gelände errichtet wurde.

Das LWL-Industriemuseum hat diese Anlage rekonstruiert und zeigt in der ehemaligen Ringofenziegelei in seiner Dauerausstellung, die sich rund um den einsehbaren Schacht Hercules von 1839 befindet, die Technik und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute im 19. Jahrhundert. Auch der Ziegler-Alltag bis in die 1960er-Jahre wird dargestellt. Im historischen Maschinenhaus der Zeche Nachtigall kann man an einer audiovisuellen Reise durch das Ruhrtal in der Zeit der Industrialisierung teilnehmen. Hier lässt sich auch die Zwei-Zylinder-Verbund-Dampfmaschine von 1887 bei Schauvorführungen in Funktion erleben. An Bord des rekonstruierten Ruhrnachen „Ludwig Henz“ wird die Geschichte des Schiffsbaus und der Kohlenschifffahrt auf der Ruhr wieder lebendig. Die Ausstellung „Zeche Eimerweise“ beschreibt das Leben auf Kleinzechen. Entstanden in der Not der Nachkriegsjahre, waren von 1945 bis 1976 über 1.000 Klein- und Kleinstzechen in Betrieb. Der 130 Meter lange Nachtigallstollen des Besucherbergwerks zeigt „unter Tage“ museal inszenierte Arbeitssituationen im Kleinbergbau

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0) 2302 / 93 66 4-0

ÖPNV

Von Hattingen Mitte/BO HBF Bus SB 37 oder CE 31 bis „Henrichshütte“, dann ca. 5 Minuten Fußweg. Von Hattingen-Mitte auch mit Bus 335 bis zur Haltestelle „Industriemuseum“

Öffnungszeiten und Führungen

Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Führungen für Einzelbesucher durch den Nachtigallstollen:
April bis Oktober: Di-Fr 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr
Sa, So stündlich 10.30-16.30 Uhr
November bis März: täglich außer montags 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr

Regelmäßig werden samstags auch die Hauerschicht und die Große Berkwerkstour für jeweils bis zu zwölf Teilnehmer ab zehn Jahren als offene Führungen für Einzelbesucher angeboten.

Sonntags um 14.30 Uhr finden offene Themenführungen zu Bergbau, Geologie, Kleinzechen und Kohlenschifffahrt sowie die Vorführung der historischen Fördermaschine statt. 

Gastronomie

Museumsgastronomie „Auf Nachtigall“
Telefon: +49 (0) 2302 / 93 66 40
www.auf-nachtigall.de

Restaurant „Zur alten Tür“
Berghauser Straße 14
58452 Witten-Bommern
Telefon: +49 (0) 2302 / 73 523

Restaurant „Schloss Steinhausen“
Auf Steinhausen 30
58452 Witten-Bommern
Telefon: +49 (0) 2302 / 39 99 90
www.schloss-steinhausen.de