Halde Sachsen

Halde Sachsen. Foto: RIK / Guntram Walter
Halde Sachsen. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Halde Sachsen der gleichnamigen 1976 geschlossenen Zeche weist mit ihren drei Haldengipfeln kleinräumig ganz unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere auf. Der Wechsel von offenen Flächen, über Gehölzstrukturen zu Waldbereichen und benachbarten Kleingewässern zeichnet sich durch eine besondere ökologische Vielfalt aus.

Auf dem mittleren Haldenkopf, der Windsegelhalde (92,5 m), wurde auf dem Fundament eines ehemaligen Windrades das Kunstobjekt "Windzeiger – Haldenblick" des Essener Künstlers Jens J. Meyer als Landmarke installiert. Die kleinere, westlich gelegene Panoramahalde (83,5 m) besteht größtenteils aus dem Bauschutt der ehemaligen Zechengebäude. Sie wurde mit einer Schicht aus Mutterboden abgedeckt, damit sich schnell eine schützende und optisch ansprechende Vegetation auf Grundlage einer Initialpflanzung entwickeln konnte. 4 Obelisken, die der Heimatverein Heessen hier errichtet hat, informieren über das Panorama und die Entfernung zu Einzelobjekten in den verschiedenen Himmelsrichtungen. Auf der alten Kegelhalde (102,2 m), die aus Waschberge aufgeschüttet wurde, hat man Flächen für Mountainbiker und Kletterer, wie Half-Pipe und Kletterweg angelegt.

Eine Holztafel am Besucherparkplatz des Öko-Zentrums informiert über das Wegenetz der Halde Sachsen als Freizeit- und Erholungsraum. Auf dem Weg "Zum dicken Paul", benannt nach dem mächtigen Schornstein und Betriebsleiter der Zeche, gelangt man zum Haldenfuß und trifft zunächst auf die Kühlturmfundamente der ehemaligen Zechenanlage. Sie sind teilweise mit Wasser gefüllt und dienen heute der Regenwasserversickerung sowie als Feuchtbiotope.

Als Pionierpflanzen unter den Gehölzen charakterisieren Weiden-, Sanddorn- und Brombeergebüsche den Haldenstandort. In den Randbereichen wachsen Sträucher wie Schlehe, Hartriegel, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Hundsrose, Wolliger Schneeball, Gemeiner Liguster, Felsenbirne und Kornelkirsche.

Zahlreiche Singvögel, zum Beispiel das Rotkehlchen, die Mönchsgrasmücke, der Hausrotschwanz und der Zilpzalp, sind auf der Halde zu sehen oder zu hören. Zu den hier vorkommenden Singvögeln zählen auch Elstern, Rabenkrähen und Eichelhäher. Über den offenen Flächen fliegen gelegentlich Mäusebussard und Turmfalke, die nach Beute Ausschau halten.

Neben dichteren Baumbeständen aus Birken, Ahorn, Eschen und Vogelkirschen mit fast waldartigem Charakter gibt es verschiedene Grünflächen mit Wildkräutern und Gräsern auf der Halde.

Auf den steilen Abhängen der alten Kegelhalde aus Waschberge hat sich ein lichter Birkenwald mit sehr spärlichem Unterwuchs ausgebreitet. Das Bergematerial aus dunklem, groben Schieferton ist hier noch deutlich erkennbar. Vereinzelt wachsen am Wegesrand und neben der Treppe aus Ruhrsandstein Weidenröschen, Nelkenwurz und Brombeere.

Im April 2010 stellte der Verein Sachsen-Kreuz auf der Panoramahalde der ehemaligen Zeche Sachsen in der Hammer Local Hero-Woche ein weithin sichtbares Kreuz auf. Auf das fast acht Meter hohe Kreuz aus Stahl werden stählerne Motivplatten aufgebracht. In ihnen werden Themen wie die Gründung und Schließung der Zeche, die im Bergbau gelebte Solidarität und Gemeinschaft und die Hilfe durch die Grubenwehr aufgegriffen.  

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Kontakt & Infos

Halde Sachsen
Sachsenweg 8
59077 Hamm-Heessen

ÖPNV

Vom Bahnhof Hamm (Hbf./Willy-Brandt-Platz) mit Bus 11 bis "Öko-Zentrum" 

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