Zeche Nachtigall

Halde Lothringen. Foto: RIK / R. Budde
Halde Lothringen. Foto: RIK / R. Budde

Rund um die ehemalige Zeche Nachtigall sind noch deutlich die Spuren der Industriegeschichte zu erkennen. Wo einst Bergbau, Ziegelei und Kohleschifffahrt das Landschaftsbild an der Ruhr prägten, hat die Natur längst ihr verlorenes Terrain zurückerobert. Namensgeber der früheren Zeche ist die scheue Nachtigall, die im Ruhrtal eher selten anzutreffen ist. Andere Singvögel sind hier häufiger zu hören und zu beobachten: Zilpzalp, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Singdrossel und Gebirgsstelze. Turmfalken brüten im Nistkasten hoch oben am Schornstein. Die Schleiereule zieht in manchem Frühjahr unter dem Dach des Ringofens ihre Jungen auf. In der Dämmerung, wenn der Museumsbetrieb ruht, fliegt die Eule lautlos über das Gelände. Am Tag schwirren und krabbeln Hummeln, Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Heuschrecken und Schmetterlinge auf Nahrungssuche über die Wiesenflächen. In steinigen, dunklen Ecken unter Holz oder Laub verstecken sich Schnecken, Spinnen, gelegentlich auch eine Erdkröte. Im Sommer sitzen laut quakend Grünfrösche im Wasser, Libellen schwirren über die Oberfläche und manchmal entdeckt man sogar eine Ringelnatter, die geschickt den Kaulquappen der Teich- und Bergmolche auflauert. Sonst bevorzugt das Reptil eher den warmen Schotter neben den Gleisen, wo auch die Blindschleichen gern ein Sonnenbad nehmen. Ein sonniges Plätzchen mag auch der aus Ostasien stammende Sommerflieder, der genügsam am steinigen Wegesrand wächst und mit dem Duft seiner violetten Blüten zahlreiche Schetterlinge anlockt. Am Fuß des Schornsteins gedeihen einige in Vergessenheit geratene Heil- und Wildkräuter wie Beinwell, Wilde Möhre, Königskerze und Knoblauchsrauke. Ruprechts- und Leinkraut haben die Schotterflächen der stillgelegten Bahngleise erobert, und zwischen Pflasterritzen leuchten die Blüten von Natternkopf, Johanniskraut und Nachtkerze.

 

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0) 2302 / 93 66 4-0

ÖPNV (Kopie 1)

Von Witten Hbf ca. 30 Min. Fußweg (links über Bergerstr., Herbeder Str., Ruhrdeich, Nachtigallbrücke); Von Bochum-Langendreer S-Bf  mit Bus 379 bis „Witten-Bommern Bf”, dann ca. 30 Minuten Fußweg

Öffnungszeiten und Führungen

Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Führungen für Einzelbesucher durch den Nachtigallstollen:
Apr-Okt: Di-Fr 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr & 16.30 Uhr, Sa, So stündlich 10.30-16.30 Uhr
Nov-Mrz: täglich außer montags 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr

Regelmäßig werden samstags auch die Hauerschicht und die Große Berkwerkstour für jeweils bis zu zwölf Teilnehmer ab zehn Jahren als offene Führungen für Einzelbesucher angeboten.

Sonntags um 14.30 Uhr finden offene Themenführungen zu Bergbau, Geologie, Kleinzechen und Kohlenschifffahrt sowie die Vorführung der historischen Fördermaschine statt.