Förderturm Bönen - Ostpol

Förderturm Bönen - Ostpol. Foto: RIK / Guntram Walter
Förderturm Bönen - Ostpol. Foto: RIK / Guntram Walter

Die kubischen Fördertürme der stillgelegten Zeche Königsborn 3/4 in Bönen (Architekt Alfred Fischer) im Osten und der -  als Standort des Bergwerks West - noch aktiven linksrheinischen Schachtanlage Rossenray in Kamp-Lintfort im Westen des Ruhrgebiets stellen herausragende Beispiele der Industriearchitektur dar. Die klare Form und vertikale Betonung geben ihnen eine raumbeherrschende Dynamik.

Beide Türme sind Zeichen der regionalen Industriearchitektur und markieren den Ein- und Ausgang des nördlichen Ruhrgebiets. Die Lichtinszenierung "Yellow Marker" des Düsseldorfer Künstlers Mischa Kuball will ihre architektonische und topographische Signifikanz nachts deutlich machen, sie als West- und Ostpol des Ruhrgebiets kennzeichnen. Gelbe Lichtbänder, die an den Kanten der Gebäude entlang verlaufen, verlängern die prägnante vertikale Fluchtung der Architektur in den Luft-Raum. 

Förderturm Bönen - Ostpol. Foto: RIK / Guntram Walter
Förderturm Bönen - Ostpol. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Betonung der Vertikalität leitet sich für Kuball nicht nur aus der Architekturform ab, sondern aus der Vertikalität der Landschaft selbst, die gleichsam aus der Tiefe kam, wo das "untere zuoberst gefördert" wurde. Das sollte sich nicht nur auf die Gewinnung fossiler Energien begrenzen. Die Vertikalität unterstreicht auch die Reduktion der eingesetzten Mittel: zwei vertikale Linien, die über die Architektur hinaus verweisen, zwei Linien, die in sich eine Bezüglichkeit haben, die über den gerade sichtbaren Baukörper hinaus zu verweisen scheinen auf eine andere - nicht sichtbare, aber "gewußte" - Architektur. Dieser Verweischarakter stellt für den Künstler sowohl ein gestalterisches, ästhetisches Mittel dar wie es auch Parameter für den strukturellen Wandel in der Region ist.

"Yellow Marker" setzt dabei nicht nur Akzente auf West- und Ostpol, sondern bezieht sich auch auf die von Richard Serra geschaffene "Bramme für das Ruhrgebiet" auf der Schurenbachhalde. In gedachter Luftlinie einer West-Ost-Achse schneidet die Lichtgestaltung Kuballs die von Serra gewählte Nord-Süd-Achse. Als "Leuchttürme" mit weithin sichtbaren Positionslichtern werden die Förderturme Rossenray und Bönen also den Bereich einer Kulturlandschaft definieren, deren Existenz im Bewußtsein ihrer Bewohner langsam an Gestalt gewinnt. 

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Kontakt & Infos

Zeche Königsborn 3/4
Zechenstraße
59199 Bönen
Informationen zu Turmführungen und Veranstaltungen
Bürgerstiftung Förderturm

ÖPNV

Von Unna oder Hamm mit RegionalExpress RE 7 / RE13 bis Bönen, dann ca. 20 Minuten Fußweg 

Tipp

Siedlung Zechenstraße: Arbeitersiedlung der Zeche, die gleichzeitig mit Schacht 3 errichtet wurde.

Siedlung Borgholzstraße: Größte der Bönener Zechensiedlungen, errichtet zwischen 1905 und 1912.

Fröhliche Morgensonne: Das kleinste private Stollenmuseum der Welt. Vorherige Anfrage unerlässlich.
Horst Höfer
Stockumer Wiese 4,
Fon 0 23 08 | 4 79