Welterbe Zollverein - Kokerei

Welterbe Zollverein - Kokerei. Foto: RIK / Guntram Walter
Welterbe Zollverein - Kokerei. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Kokerei in Essen-Katernberg ist eines der beeindruckendsten Industriedenkmäler Europas. 1958 im Stil der Moderne gebaut, gehörte sie einst zu den größten Anlagen ihrer Art. Allein der Batteriekomplex hat eine Länge von mehr als 600 Metern. Schon aus der Ferne sichtbare Wahrzeichen sind die sechs in einer Reihe stehenden Schornsteine der Anlage, die 1993 stillgelegt wurde.

Nachts beginnt die Kokerei zu leuchten - durch eine künstlerische Lichtinszenierung der aus Schottland und England stammenden "Lichtarchitekten" Jonathan Speirs und Mark Major.

Die gesamte Anlage ist in ein rotes Licht getaucht, eine ruhige monochrome Ausleuchtung, mit der die stille, hermetische Gestrecktheit des monumentalen Industriebauwerks suggestiv erfaßt wird. Die Spannung zwischen alter und neuer Technologie - der Kokerei als "Umwandlungsmaschine" fossiler Energie noch aus vergangenen Tagen und dem zukunftsweisenden, sonnengesteuerten Lichtzentrum - wird in der Nachtlichtinszenierung zu einem Erlebnisganzen, das sich fast meditativ erschließt. Die Beleuchtung sieht dafür eine abgestufte Farblichtintensität vor, dunkle und hellere Rottöne arbeiten die räumliche Struktur heraus, folgen der Kurvatur der Gebäude und bewahren die Tiefe der architektonischen Gestalt. Die Flächen sind nicht angestrahlt, vielmehr leuchten die Gebäude aus sich selbst heraus - Mischtürme, Kohlebunker, Koksbatterien, Bandbrücken, Rohranlagen - die einzelnen Elemente fügen sich zu einer "Lichtarchitektur" zusammen. In einer großen Wasserfläche, die von den Künstlern entlang des gesamten Komplexes angelegt wurde, spiegelt sich das rote Licht und wirft mit den Bewegungen der Wellen "züngelnde Flammen" zurück auf die metallischen Wände.

Aus Fenstern unterhalb der Koksbatterien dringt rotes Licht nach außen - der stählerne Koloss gibt Einblick in sein Inneres, wo einst Feuer herrschte, gleich dem Inneren der Erde, wo flüssiges Gestein sich in Lavaströmen ergießt. Die Schornsteine sind von einem Netz aus LED-Leuchten umgeben, die in stündlicher Animation nach einer bestimmten Abfolge rotglühende Lichtpunkte - Sterne - vor dem nächtlichen Firmament aufleuchten lassen und damit letztlich auch den kosmischen Zusammenhang der Energie von "Sonne, Mond und Sternen" vor Augen führen. Der Besucher beschreitet eine große blaue Lichtachse: Aus dem kühlen Blau heraus begegnet er dem warmen Rot und sieht sich einem gigantischen, "selbstglühenden" Lichtkörper gegenüber - einer neuen, industriellen Sonne als weithin leuchtendem Symbol für den Aufbruch in ein neues Zeitalter.

Seit Dezember 2001 gehören Zeche und Kokerei Zollverein zum Welterbe der UNESCO. 

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Kontakt & Infos

Welterbe Zollverein
Infopunkt Kokerei

Parkplatz P C
Arendahls Wiese
45141 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 24681-0

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis „Ernestinenstraße“, dann mit Bus 183 bis „Kokerei Zollverein“ oder von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Zollverein" , dann ca. 5 Min. Fußweg

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Nächster Standort: Bf. E-Altenessen (S2/RE3), 3,9 km, 19 Min.

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