Auferstehungskirche Heilig Kreuz Mülheim

Auferstehungskirche Mülheim. Foto: RIK / R. Budde

Das Besondere an dieser katholischen Kirche ist ihre Umwidmung zu einer Urnenbeisetzungsstelle seit Februar 2009, zwei Jahre nachdem sie außer Dienst gestellt worden war. Hintergrund ist die Strukturreform im Bistum Essen, die aus Gemeindezusammenlegungen und teilweisen Kirchenschließungen besteht.

1967 war sie als Abpfarrung von St. Engelbert vom Architekten Professor Rudolf Büchner aus Karlsruhe gebaut worden. Die Kirche ist in Form eines Zeltes erbaut – mit einem Campanile als Glockenturm.

Bei dem Umbau zur Urnenbeisetzungsstätte wurden der Taufbrunnen im Zentrum und der Altar im Chorraum erhalten, um den Namen „Auferstehungskirche“ symbolisch mit Taufe und Opfermahl umzusetzen und die christliche Hoffnung auf eine Leben nach dem Tod auszudrücken. Das neue architektonische Konzept geht von einem "Band des Lebens“ aus, das am Taufbrunnen beginnt, durch die ganze Kirche hindurch alle Beisetzungsstätten umschlingt und auf den Altar zu läuft. Dabei soll das Band den Lebensweg mit Christus symbolisieren.

Mit der neuen Zweckbestimmung greift die Kirche auf die Tradition der jungen Christenheit zurück, ihre Angehörigen in den Nischen oder im Boden der Katakomben beizusetzen und über bzw. neben den Gräbern die Heilige Messe zu feiern. Dementsprechend finden im vorderen Teil der ehemaligen Kirche am Altar noch regelmäßig Gottesdienste statt.

Um die Beziehung der Grundrissform des Zeltes zur Höhenentwicklung des Gebäudes zu verdeutlichen und gleichzeitig die neue Nutzung zu unterstreichen, wurden vom Architekturbüro „Zwo+Architekten“ aus Bochum optisch Teile der Wände des Mittelschiffes in Form von Stahlparavents bis zum Boden geführt. Goldene Tore im Innern symbolisieren das himmlische Jerusalem. Die Fenster zeigen Makro- und Mikrokosmos, hinter dem Altar die Sonne als Sinnbild ewigen Lichts.

Im abgegrenzten Bereich der Urnenbeisetzungskammern gibt es Einzel-, Doppel- oder Familiengrabstätten. An diesen Grabstätten wird in einem Schrein aus Naturstein, Holz, Stahl oder Beton beigesetzt. Nach Ablauf der Ruhefrist wird die Asche in ein Gemeinschaftsgrab vor dem Altar unter dem Kirchenraum gegeben. Beigesetzt werden kann jeder Mensch, soweit die Trauerfeier von einem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen durchgeführt wird. Der Raum unter der Kirche steht als „Saal der Begegnung“ Trauernden zur Verfügung.

Träger der Urnenkirche ist die Pfarrgemeinde St. Barbara.

Die neue Urnenkirche nahm schon im Jahr ihrer Entstehung, 2009, am „Tag der Architektur“ teil und präsentierte sich im Kulturhauptstadtjahr 2010 als „kulturelle Tankstelle“.

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Kontakt & Infos

Auferstehungskirche Heilig Kreuz
Tiegelstr. 100
45473 Mülheim
Telefon: +49 (0) 208 / 713-13

Öffnungszeiten

täglich 10.00 - 19.00 Uhr

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Straßenbahn 102 bis "Bessemerstraße", dann 5 Minuten Fußweg