Christuskirche Recklinghausen

Christuskirche Recklinghausen. Foto: RIK / R. Budde
Christuskirche Recklinghausen. Foto: RIK / R. Budde

Die evangelische Christuskirche in der Innenstadt von Recklinghausen verdankt ihre Entstehung dem Zuzug von Protestanten ins ursprünglich katholische Recklinghausen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Recklinghäuser Gemeinde von einigen Hundert auf 7000, was eine neue Kirche neben der Gustav-Adolf-Kirche nötig machte. Ihr Name Christuskirche war als Gegenprogramm zur katholischen Peterskirche gedacht, die sich auf Petrus als „Urpapst“ bezieht, wogegen die Protestanten für sich in Anspruch nahmen auf Christus zu gründen, statt auf Petrus. 1911 wurde sie nach Plänen des Wuppertaler Architekten Eugen Fritsche als repräsentative Stadtkirche fertig gestellt. Sie ist über einen Kolonadengang mit dem Pfarrhaus verbunden, ein in Westfalen seltener Bautyp, und außerdem zeichnet sie sich durch schön anzusehende Muschelkalkquader mit Jugendstilornamenten aus. Sie greift mittelalterliche Tendenzen des Burgenbaus und moderne des Landhaus- und Jugendstils auf.

Den Grundriss bildet ein griechisches Kreuz, also 2 gleich lange Balken. Oben am Turm unter dem Dach findet sich die Inschrift aus dem Luther-Choral „eine feste Burg ist unser Gott“, und wie eine Burg wirkt der Kirchturm auch. Die Glocken wurden 1922 vom Bochumer Verein gegossen.

Betritt man die Kirche, gelangt man zunächst in die Eingangshalle, dann in den eigentlichen Kirchraum. Bei der Renovierung 1959 nach den Kriegszerstörungen wurde entsprechend der stattgefundenen theologischen Entwicklung die ehemalige Pastorenkirche mit der Wortauslegung im Mittelpunkt zur Abendmahlsgemeinschaft der Gemeinde verändert. Die Bankreihen sind halbkreisförmig um den Altarraum gestellt, der frühere monumentale Kanzelaltar existiert nicht mehr. Heute steht der Abendmahlstisch im Mittelpunkt, der die alte Altarplatte nutzt. Daneben stehen Taufstein und Kanzel. Letztere ist mit einem betenden Engel verziert, der ursprünglich am alten Kanzelaltar als Buchauflage diente. Sie ist seitlich positioniert; der Pastor spricht nun auf Augenhöhe mit der Gemeinde und predigt nicht mehr von oben auf sie herab. Am Platz der alten Kanzel steht seit den 1960er Jahren eine Plastik der Hamburger Künstlerin Ursula Querner. Sie symbolisiert einen Menschen mit ausgebreiteten Armen, so dass eine Kreuzform entsteht.

Auch der Taufstein stammt von Ursula Querner mit Bildern aus der alltestamentarischen Geschichte des Jona als Zeichen für Tod und Auferstehung.

Die letzte Renovierung fand 1991 statt. Sie hat im Wesentlichen die Änderungen seit den 50er Jahren beibehalten, aber Elemente des Jugendstils wieder aufgenommen; so wurde die 1959 weiß übertünchte ehemalige Schablonenmalerei jetzt mit zurückhaltender Dekoration aus Gold angedeutet.

Weiter erwähnenswert sind die drei Orgeln: die große auf der Empore mit 39 Registern von 1960 ist ein Nachbau einer Barockorgel von der Göttinger Firma Paul Ott, seitlich auf der rückwändigen Empore befindet sich eine kleine Orgel von 1967 mit 9 Registern und eine weitere mit 5 Registern stammt aus der geschlossenen Andreaskirche und steht im Altarbereich.

Die Fenster unter der Orgelempore sind ursprüngliche Jugendstilfenster mit Engelmotiven. Die übrigen stammen vom Hamburger Glasmaler Claus Wallner und erzählen wie mittelalterliche Fenster Geschichten aus der Bibel. Links vom Eingang aus sind Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt. Das große Fenster zeigt die Arche Noah als Zeichen des Bundes Gottes mit Menschen. Rechts erzählen Motive von der Schöpfungsgeschichte, die Fenster gegenüber vom Altar zeigen Ostergeschichten.

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Kontakt & Infos

Christuskirche Recklinghausen
Limper Str 15
45657 Recklinghausen
Telefon: +49 (0) 2361 / 206-208

Öffnungszeiten

nach Absprache

ÖPNV

Von Recklinghausen Hbf 10 Minuten Fußweg