Ev. Kirche E-Katernberg

Bergmannsdom. Foto: RIK / R. Budde

Die Ev. Kirche Katernberg verdankt ihre Entstehung, ebenso wie der Marktplatz, an dem sie sich befindet, der Zeche Zollverein. Mit 1430 Sitzplätzen ist sie die größte evangelische Kirche in Essen, weshalb sie auch „Bergmannsdom“ genannt wird. Als vollständig im Original erhaltener Bau stellt die Kirche von 1901 ein wichtiges Dokument der Kirchenarchitektur des Ruhrgebiets dar.

Schon 1875 hatte der Zecheneigner Franz Haniel für eine erste Kirche in der Alten Kirchstraße, wo heute der städtische Kindergarten steht, 51.000 RM gespendet und sich verpflichtet, für 10 Jahre das Pfarrer-Jahresgehalt von 1500 RM zu zahlen. Damit förderte er, selbst reformierter Protestant, das evangelische Leben im ursprünglich rein katholischen Katernberg. Den Bau der katholischen St. Josephskirche 1889 unterstützte er mit 18.000 Mark.

Als die Kirche um 1900 nach Anwachsen der Gemeinde auf über 6000 Mitglieder zu klein geworden war und wegen Bergschäden auch nicht erweitert werden konnte, spendete Haniel wieder 120.000 RM und das Grundstück und damit die Hälfte der Baukosten. Weitere Spenden von je 12.000 Mark kamen von der Ziegelei Büscher und der Zechengesellschaft Hibernia aus dem benachbarten Gelsenkirchen-Heßler. Die Turmuhr steuerte die weltliche Gemeinde Katernberg bei – mit der Auflage, dass die Kirche die Wartung übernehme.

Architekt war der überregional tätige Essener Carl Nordmann. Er entwarf einen neoromanischen roten Backsteinbau, der im Innern den damals hochmodernen neuen Baustoff Stahl offen verwendete. Es handelt sich um eine querschifflose dreischiffige Hallenkirche. Der Raumeindruck wird durch das breite Mittelschiff geprägt, die schmaleren Seitenschiffe treten dagegen zurück. Die Stahlkonstruktion mit unverkleideten gusseisernen Säulen war ausgeschmückt mit maschinell hergestellten Zierelementen und trug die Holzdeckenkonstruktion.

Die Kirche ist als „Predigtkirche“, die dem Wesen der ev. Kirche als „Kirche des Wortes“ entspricht, konzipiert.

Die Familie Haniel schenkte zur Einweihung Abendmahlsgeräte, die bis heute in Gebrauch sind. Kaiserin Augusta Victoria stiftete die Altarbibel, die sogar eine handschriftliche Widmung aus Sprüchen Salomos trug: Der ev. Gemeinde von Caternberg zur Erinnerung „Gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Spr. 3, 6).

Der 2. Weltkrieg zerstörte die großen Rundfenster im Altarraum. Beim Wiederaufbau 1951 sorgte der Pfarrer, der der Bekennenden Kirche angehört hatte, dafür, dass er mit der 1. These der Barmer Erklärung 1934 umrahmt wurde: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“ Das Altarfenster wurde mit einen dazu passenden Bibel-Spruch geschmückt: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“.

Bei den Renovierungsarbeiten 1964 wurde der Baldachin über der Kanzel abgebaut. Der jetzige Zustand stammt aus der Sanierung von 1999, für die keine Kirchensteuermittel aufgewendet wurden, denn die Kosten von 1,6 Mio € wurden von der Dt. Stiftung Denkmalschutz, der Sparkasse Essen und der Viterra übernommen.

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Kontakt & Infos

Ev. Kirche E-Katernberg
Am Katernberger Markt 2-4
45327 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 35593-8

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Katernberger Markt"