Ev. Kirche E-Werden

Ev. Kirche Werden. Foto: RIK/Reinhold Budde
Ev. Kirche Werden. Foto: RIK / R. Budde

Der Beginn der Reformation in dem geistlichen Territorium der Abtei Werden datiert nach einer nicht belegten Überlieferung auf das Jahr 1550, aber erst hundert Jahre später durfte die evangelische Kirchengemeinde ein eigenes schlichtes Gebäude ohne Turm und Glocken erbauen, das bis zu 350 Personen fassen konnte. Es erfüllte seinen Zweck bis 1832, als die inzwischen auf 1200 Mitglieder gewachsene Gemeinde ein neues Kirchengebäude erbauen ließ, das noch heute als Teil des evangelischen Gemeindehauses „Haus Fuhr“ (Heckstr. 16) von 1910 erhalten ist. Im 19. Jahrhundert verfünffachte sich die Zahl der evangelischen Christen in Werden. Die Kirche „Auf der Fuhr“ stellte sich gegen Ende des Jahrhunderts wiederum als zu klein heraus. Neben der gewachsenen Zahl der Gemeindemitglieder, die 1892 mit 3750 angegeben wird, spielte bei den Bemühungen um einen Neubau auch eine Rolle, dass man nicht mehr hinter der imposanten katholischen Abteikirche zurückstehen wollte.

Mit dem Kölner Regierungsbaumeister Eduard August Daniel Senz (1862 – 1912) war die Gemeinde auf Grund seiner Tätigkeit als Leiter der Restaurierungsarbeiten der Abteikirche in Berührung gekommen.1897 wurde er mit dem Kirchenbau beauftragt. Am 24. Juni 1900 wurde die Kirche nach dreijähriger Bauzeit geweiht. Sie entstand zu großen Teilen aus Spenden der Familie Krupp. Der Zentralbau lehnt sich an die deutsche Renaissance der Reformationszeit an. Grundform ist das Quadrat, in das vier stämmige Rundpfeiler und die Gewölbe ein griechisches Kreuz einfügen, wodurch die Kirche an byzantinische Sakralbauten erinnert. Die in den 1950er Jahren übertünchte Innenraumausmalung wurde kurz vor der Jahrtausendwende wiederhergestellt. Damit ist es gelungen, den Kirchenraum der Zeit um 1900 weitestgehend vollständig zu präsentieren. Laubranken, Blüten, Sternenfelder und Brokatmalerei verstärken einerseits die Wirkung der Architektur, stehen aber andererseits mit ihrer Symbolik für christliche Glaubensinhalte und verweisen auf die Funktion der verschiedenen Gebäudeteile.

Bertha und Barbara Krupp wurden 1902 in der Kirche, die zu dieser Zeit auch die Pfarrkirche des „Hügels“ war, konfirmiert. Aus diesem Anlass stifteten sie das aufwändige vierteilige Abendmahlsgerät. Die silbernen Altarleuchter und das Altarkreuz wurden 1900 von Margarethe Krupp gestiftet. Auf ihren Ehemann Friedrich Alfred Krupp verweist ein Namensschild in der ersten Sitzbankreihe vor dem Altar.

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Kontakt & Infos

Evangelische Kirchengemeinde Werden
Heckstr. 54/56
45239 Essen-Werden

GEODATEN

51°23'25.84'' N, 7°0'11.38'' O

Öffnungszeiten

„Offene Kirche“ Sa 11.00 – 13.00 Uhr

ÖPNV

Vom S-Bahnhof Essen-Werden 10 Min. Fußweg