Heilig Kreuz-Kirche GLA-Butendorf

Heilig Kreuz. Foto: Karin Fischer

Die Hl. Kreuz-Kirche gilt als der bedeutendste Gladbecker Sakralbau. Sie ist in Form eines Kreuzes gestaltet, das dadurch entsteht, dass an das Chorhaus mit Kuppel zwei Querschiffarme und ein kurzes basilka-ähnliches Langhaus angefügt sind.

Die rasante Entwicklung Gladbecks durch die Nordwanderung des Bergbaus mit Abteufung der 1. Zeche Moltke I 1873 ließ die Bevölkerung der Dorfes mit seinem Kranz umgebender Bauernschaften von 2800 Einwohnern 1870 vor Ankunft des Bergbaus auf 10.000 Einwohner 1900 anwachsen.

1913 erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Kirche in Butendorf, für die es vorher anders als an anderen Orten keine Notkirche gab. Im Mai 1915 wurde sie geweiht und schon 1 1/2 Jahre später, 1916, zur Pfarrei erhoben. Zu diesem Zeitpunkt zählte sie schon 6000 Katholiken; daneben lebten in Butendorf ca. 3000 Protestanten.

Der Architekt Otto Müller-Jena orientierte sich nicht mehr am vorherrschenden Historismus, sondern baute eine neumodische Kirche im Jugendstil. Sein Vorbild war die romanische St. Gereonskirche in Köln und von der Hagia Sophia in Istanbul entlehnte er den Fensterkranz unter der Kuppel.

Das Baukonzept wurzelte in der theologischen Idee des Christozentrismus: Christus ist das Zentrum der Gemeinde, des Lebens und der Schöpfung. Der Grundriss ist ein Kreuz, die Kuppel als Zehneck folgt der Form des Heiligenscheins für Jesus in der Kunst besonders der Ostkirche. Die Kirche ist nach einem einheitlichen Raster mit dem Grundmaß von 12 Metern gebaut, woraus alle anderen Maße entwickelt wurden. So ist der Turm z.B. 48 m hoch – so lang wie der Innenraum der Kirche. Beim Bau der Kuppel wandte Müller-Jena eine neue Technik mit Eisenbeton als Schutz vor Bergschäden an. Sie machte auch Strebepfeiler, wie sie in St. Gereon zu finden sind, überflüssig. Der Stahlbetonskelettbau wurde mit rotem Mauerwerk verkleidet.

Hl. Kreuz erlitt nur einige Kriegsschäden an der Kuppel und am Turm, und so konnte die Gemeinde als erste in Gladbeck neue Glocken anstelle der im Krieg eingezogenen anschaffen. 1949 wurden die neuen Glocken vom Bochumer Verein, nun aus Stahl statt aus Bronze, eingeweiht.

1952 war die Nachkriegsrenovierung abgeschlossen; 1966 folgte die zweite Renovierung entsprechend der Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils – ein neuer Altartisch rückt näher zur Gemeinde. Die Bronzeleuchter daneben stiftete 1968 die Frauengemeinschaft kfd der Gemeinde.

1982 erfolgte eine umfassendere Restaurierung, die der Kirche ihr heutiges Aussehen verlieh und vom Aachener Künstler Klaus Iserlohe stammt. Der Innenraum wurde in stimmigen Pastelltönen neu ausgemalt. Auch einer der Lieblingsheiligen in Arbeitergemeinden fehlt nicht: rechts in der Nähe des Eingangs befindet sich ein -Hochrelief des hl. Josef – mit Werkzeug. Von Hochaltar der Erstausstattung wurde die Kreuzigungsgruppe übernommen.

Das neugestaltete Hauptportal erhielt eine Steinspirale als Symbol für Gott als Mittelpunkt statt der üblichen Rosette. Die neue zweiflügelige Bronzetür bsticht durch ihre kunstvoll gestalteten Griffe in Form von Abschnitten einer Spirale. Die vier kleinen Nebenportale wurden mit Steinornamenten geschlossen.

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Kontakt & Infos

Heilig Kreuz-Kirche
Horster Str. 133
45968 Gladbeck
Telefon: +49 (0) 2043 / 3117-0

Öffnungszeiten

nach Absprache

ÖPNV

Vom ZOB Bottrop (Berliner Platz) bzw. Oberhof Gladbeck mit Bus 259 bis "Heilig-Kreuz-Kirche"