Kirche St. Barbara MH-Dümpten

St. Barbara. Foto: RIK / R. Budde

Die heutige Barbara-Kirche ist die zweite, die seit der Industrialisierung in Dümpten gebaut wurde. Für die erste gründete sich 1884 ein Kirchbauverein, der die unbenutzte frühere Notkirche von Styrum und auch Baugrund ankaufte. Damit waren seine Geldmittel erschöpft, unter großen Schwierigkeiten wurde weiteres Geld beschafft, um 1887 Kirche und Pfarrhaus fertigzustellen. Es blieben aber 28.800 Mark Schulden, für die 19 Dümptener Bürger bürgten. Von den 28.000 Mark Schulden dann beglich der Bonifatiusverein 18.000 Mark.

1903 wurde die neue Gemeinde zur Pfarre erhoben. 1910, als sich die neue Kirche etabliert hatte, kam erstmals die Idee auf, eine neue Kirche zu bauen. Sie wurde erst 1929 wieder aufgegriffen; dafür wurde im Oktober eine Kollekte in allen Kirchen des Erzbistums Köln gehalten, die 16.736,50 Mark einbrachte. Die neue Kirche sollte 175.000 Mark kosten. 1931 scheiterte der Kirchneubau an den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.

1943 wurde die Kirche bei Fliegerangriffen in Mitleidenschaft gezogen. Nach Kriegsende 1945 wurden nun bald die Pläne eines Kirchneubaus wieder aufgegriffen, ein Wiederaufbau der alten kam nicht in Frage. 1946, nach Ablehnung erster Pläne durch die britische Besatzungsmacht als zu groß, wurde 1947 auf den Trümmern des alten Vereinshauses eine Notkirche gebaut, die heute als Pfarrheim dient.

1952 nahm der Kirchbauverein seine Aktivität wieder auf zum Bau einer neuen Kirche. Nach der erfolglosen Opposition von 800 Gemeindemitgliedern gegen den vorgesehenen Bauplatz am Fuße des Schildbergs konnte 1953 mit dem Bau begonnen werden. Als Architekt wurde Alfons Leitl aus Trier gewonnen, im März 1955 wurde die neue Kirche konsekriert

Das Altarkreuz, das sogleich als Vortragekreuz dient, stammt vom Goldschmiedemeister Schwerdt aus Aachen, das Kreuz in der Taufkapelle vom Künstlerpaar Ernst Rasche und Frau aus Mülheim. Er stellte 1966 auch die neue bronzene Barbarafigur her, die ein Rentner namens Gathmann stiftete. 1968 erfolgte die Umgestaltung gemäß den Regeln des 2. Vatikanischen Konzils und bescherte der Kirche auch eine neue Altarstele.

Modern ist nicht nur ihre Architektur, sondern auch sonst geht sie mit der Zeit und hat ab März 2008 als eine der ersten Kirchen im Bistum Essen einen elektronischen Opferstock, der von der Bank im Bistum Essen aufgestellt und betreut wird. Seit 2009 schmückt eine Barbara-Statue den Eingangsbereich der Kirche.

Die Kirchengemeinde hat seit gut 15 Jahren die Bergbautradition auf eine ganz besondere Weise für sich entdeckt, nämlich in Gestalt des Bergmanns, katholischen Redakteurs der KAB-Zeitung, Widerstandskämpfers, NS-Opfers und Seligen Nikolaus Groß aus Niederwenigern. Ab 1998 führen Mitglieder der Gemeinde jährlich im Januar zu seinem Todestag ein selbst entwickeltes Musical auf. Diese Nikolaus-Groß-Verbundenheit ist auch der Grund, warum St. Barbara 2001 vor der Kirche eine Stele mit den Konterfeien von Nikolaus Groß, seinem Kollegen bei der KAB-Zentrale in Köln Bernhard Letterhaus, der ebenfalls wegen seines Widerstands gegen das 3. Reich hingerichtet wurde, und dem ebenfalls in NS-Haft verstorbenen Leiter der Westdeutschen KAB, Prälat Dr. Otto Müller, aufgestellt hat.

Seit dem 1.12.2006, nach der Bistumsreform, ist St. Barbara eine der 3 Groß-Pfarren in Mülheim.

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Kontakt & Infos

St. Barbara
Schildberg 84
45475 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 (0) 208 / 713-13

Öffnungszeiten

nach Absprache

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus 124 bis "Barbarakirche"