Kirche St. Joseph GE-Schalke

St. Joseph mit "Schalke-Straßenbahn". Foto: Hubert Deckers

St. Joseph ist eine typische Arbeitergemeinde, deren Verbundenheit mit ihrer Herkunft sich besonders in den Fensterbildern spiegelt.

Die Geschichte der Kirche hängt eng mit dem Bergbau zusammen, die 1865 am Schalker Markt mit der Kohleförderung durch die Zeche Consol begann, denn damit begann der Zuzug in die dörfliche Landschaft. Die Muttergemeinde St. Augustinus in der Innenstadt erhielt zum Zweck des Kirchenbaus in Schalke vom Unternehmer Friedrich Grillo, Besitzer der Walzwerke Grillo und Miteigentümer von Consol, das Grundstück geschenkt. 1872 stand die Notkirche, aber schon vorher war in der entstehenden Gemeinde der St. Joseph-Arbeiterverein in Schalke als erster kirchlicher Verein gegründet worden. So wundert es auch nicht, dass die Gemeinde den Namen des Arbeiter-Heiligen übernahm.

1886 wurde für den Kirchenbau der Grundstein gelegt, der zwei Jahre später konsekriert wurde. Der Essener Architekten Peter Zindel entwarf eine neuromanische Basilika mit zwei Westtürmen. Die Gemeinde blühte, 1897 zählte sie schon 13.000 Mitglieder und 16 Vereine.

Die Kirche wurde 1944 zerstört, und es dauerte bis 1953, bis der Wiederaufbau abgeschlossen war. Bis dahin wurden die Gottesdienste auch von der evangelischen Gemeinde provisorisch im Kolpinghaus „Eintracht“ abgehalten. Die letzte Innenrenovierung von 1985 versetzte die Kirche in ihren heutigen Zustand.

Etwas Besonderes sind die figürlichen Fenster der Josephskirche, die in den Jahren 1953-1961 entworfen wurden. Sie stammen vom Gelsenkirchener Mosaikmaler Walter Klocke, der seit 1922 in Gelsenkirchen-Rotthausen und später in Sutum eine Werkstatt hatte, und wurden in der Paderborner Glaswerkstatt Otto Peters gefertigt. Die Fenster des Kirchenschiffes und der Orgelempore sind ganz klar nach der in den 50er Jahren des 20. Jh. noch geltenden Auffassung angeordnet worden, links die Frauenseite (Evangelienseite), rechts die Männerseite (Epistelseite). Davon wurde nur beim Heiligen Christophorus abgewichen, hier ist seine Funktion als Beschützer der Kirchenbesucher vorrangig.

Viele Fenster weisen einen Bezug zum konkreten Leben der Josephsgemeinde auf. So war Anna Selbdritt, das Fenster im Seitenschiff links, ein beliebtes Motiv und eine Spende der Frauenvereine. Ähnliches gilt für das Fenster mit Elisabeth von Thüringen, der Patronin Notleidender, im Seitenschiff links, die zudem von der Caritas sehr geschätzt wurde. Das Fenster der Schutzpatronin der Bergleute, der hl. Barbara, auch im Seitenschiff links, nimmt nun konkret auf die Gemeinde Bezug: unten sind Bergleute auf dem Weg zur Arbeit abgebildet. Sichtbar sind außerdem die Emscher und der Förderturm der Zeche Consolidation, die damals der größte Arbeitgeber in Schalke war. Natürlich darf in einer Josephskirche der hl. Joseph von Nazareth, nicht fehlen, dessen Fenster sich im Querschiff rechts über dem Seiteneingang befindet: der Schutzpatron der Gemeinde wird umgeben von Arbeitern der wichtigsten Industrien der Schalker Gemeinde abgebildet. Oben links ist die Glasindustrie, unten links der Bergbau und oben rechts die chemische Industrie zu sehen; zu seinen Füßen kann man die Schalker Kirche entdecken.

Am ungewöhnlichsten allerdings ist die „Inkulturation“ in das Schalker Leben allerdings im Fenster des Hl. Aloisius von Gonzaga im Seitenschiff rechts: der Schutzpatron der Jugend ist nämlich mit blau-weißem Fußball und Fußballschuhen abgebildet. So beweist die Gemeinde die enge Verbundenheit ihrer Jugend mit der Schalker Fußballjugend.

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Kontakt & Infos

St. Joseph
Grillostraße 62
45881 Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0) 209 / 8250-4

Öffnungszeiten

"Vorm Spiel is inne Kirche"
Vier Stunden vor Anpfiff bei Samstags-Heimspielen des FC Schalke 04 geöffnet

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 302 bis "Grillostraße"