Kreuzeskirche Duisburg-Marxloh

Kreuzeskirche Duisburg-Marxloh. Foto: RIk / R. Budde

Die evangelische Kreuzeskirche in Marxloh wurde 1905 nach 2-jähriger Bauzeit eingeweiht. Die Industrialisierung hatte in der ländlichen Region allein die evangelische Bevölkerung von 1727 Personen 1895 auf 15.119 1927 anwachsen lassen. 1896 war im Bezirk Marxloh, zu dem auch Obermarxloh und Bruckhausen gehörten, von der zuständigen Gemeinde Beeck eine Hilfspredigerstelle eingerichtet worden und schon ein Jahr später wurde die neue Gemeinde abgepfarrt und erhielt ihren ersten Pfarrer.

Zeitgleich mit der Hilfspfarrerstelle wurde an der Kaiser-Friedrich-Straße eine kleine Kapelle erbaut, die durch Spenden des Großbauern Heinrich Schulte-Marxloh und des Kommerzienrates Julius Grillo, einem der Erben der Zinkwerke von Wilhelm Grillo, ermöglicht wurde. Sie ersetzte das 1895 gebaute Vereinshaus an der Warbruckstraße als Gottesdienstort.

Schon bald erwies sich die Kapelle als zu klein. Der erste Pfarrer, Gottfried Stumm, betrieb ab 1901 den Neubau einer großen Kirche. Es gelang, ein von Schulte-Marxloh geschenktes Stück Land zu tauschen und Bauland zu kaufen. Auch an den Baukosten von 205.000 Mark beteiligte sich der Großbauer, zusammen mit den Familien Grillo und Tenter.

Die Kirche wurde vom Architekten Heinrich Behrens aus Oberhausen im Stil der Neugotik erreichtet. Es handelt sich um einen schiefergedeckten, roten Backsteinbau mit hohen Kirchenschiffen in kreuzförmigem Grundriss, der in einen nahezu runden Zentralbau überführt wird. Der viergeschossige, schlanke Turm wird von einer achtseitigen Spitzhaube gekrönt. Über dem Hauptportal stehen anstatt von Figuren die Bibelworte „Eines aber ist not. Suchet den Herrn“. Sie bot 1100 Sitzplätze in Mittelschiff, den beiden Seitenschiffen und den drei Emporen und war damit die größte evangelische Kirche im Duisburger Norden und bildet mit dem alten Pfarrhaus von 1908 und der Kirchmauer eine „Kircheninsel“.

Im Innern ist sie als Predigtkirche gestaltet, in der sich die Gemeinde fast kreisförmig um Kanzel und Abendmahlstisch versammelt. Dominierend ist die eicherne Kanzel mit Schalldeckel, wie es der reformierten Tradition entspricht. Ihre zwei beidseitigen Aufgänge wirken wie ausgebreitete Arme. Der Abendmahlstisch stammt ursprünglich aus der ev. Gemeinde Neumühl. Erwähnenswert sind als Stiftungen von der Ehefrau von Julius Grillo die silberne, vergoldete Taufschale und das Abendmahlsgeschirr, denn sie zeigen noch einmal das Engagement der Unternehmerfamilie. Die erste Altarbibel war anlässlich der Einweihung ein Geschenk der preußischen Königin und deutschen Kaiserin Auguste Viktoria, der Gattin Wilhelms II.

Von der ursprünglichen Orgel existiert nur noch der holzgeschnitzte eichene Orgelprospekt. Seit 1998 verfügt die Kreuzkirche über eine Holzorgel aus der Werkstatt Gerrit und Henk Klop aus den Niederlanden. Mit ihren 25 Registern ist sie (2005) das größte Instrument ihrer Art in Europa.

Die Kreuzeskirche war von Bomben weitgehend verschont geblieben, doch die alten Kirchenfenster waren verloren gegangen.

Da die ursprüngliche neugotische Ausstattung weitgehend erhalten ist, steht sie seit 1985 unter Denkmalschutz. Sie zählt zu den ältesten Gebäuden in Marxloh.

Ab 1969 bis 2004 wurde sie sukzessive saniert, wobei bei der Renovierung des Dachstuhls alles Interieur einschließlich der Orgel ausgelagert werden musste. Für die Unterstellung stellte die Firma Grillo die Räume zur Verfügung und setzte damit die alte Tradition der Unterstützung der Gemeinde fort. Der Holzboden wurde auf ein einheitliches Niveau gebracht, so dass der Innenraum bei Auslagerung der Kirchenbänke auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Renovierung wurde von Spenden und von der Aktion „kirchliche Denkmalpflege in Not“ und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz u.a. finanziert.

Seitdem verfolgt sie das Konzept einer offenen Stadtteilkirche mit Konzerten, Ausstellungen, monatlichem politischen Nachtgebet, interreligiösen Diskussionsveranstaltungen, lokalhistorischen Veranstaltungen der Marxloher Geschichtswerkstatt u.a.

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Kontakt & Infos

Kreuzeskirche, DU-Marxloh
Kaiser-Friedrich-Str. 38
47169 Duisburg
Telefon: +49 (0) 203 / 552204-3

Öffnungszeiten

Mo-Fr 9.00-12.00 Uhr, Di,Do 16.00-18.00 Uhr

ÖPNV

Von Duisburg Hbf mit Straßenbahn 901 bis "Hermannstraße" oder mit Straßenbahn 903 bis "Pollmann", dann 5 Minuten Fußweg