Kreuzeskirche Essen

Kreuzeskirche. Foto: RIK / R. Budde

Mit der Kruppschen Stahlindustrie und dem Bergbau wuchs die Bevölkerung Essens besonders durch die Anwerbung aus den preußischen Ostprovinzen. 1883 war die Anzahl der Protestanten in der Essener Altstadt auf 40.000 gewachsen. Daher beschloss das Presbyterium den Bau einer dritten Kirche, nach der alten kleinen Marktkirche und der großen Pauluskirche von 1872 auf dem Platz des heutigen Hauses der ev. Kirche. Man entschied sich als Architekt für dem kgl. Geh. Baurat August Orth aus Berlin, der als einer der einfallsreichsten und modernsten Kirchenbaumeister seiner Zeit galt. In jungen Jahren war Orth als Architekt von Eisenbahnbauten, wie der Centralwerkstätte Witten der Bergisch-Märkischen Eisenbahn sowie des Görlitzer Bahnhofs in Berlin hervorgetreten, später konzentrierte er sich auf den Kirchenbau. Er orientierte sich bei der Kreuzeskirche, die sein letztes vollendetes Werk werden sollte, an seiner Dankeskirche in Berlin-Wedding. 1896 wurde die ca. 300 Tausend Mark teure Kreuzeskirche nach zweijähriger Bauzeit von Kaiserin Augusta Viktoria höchstpersönlich eingeweiht. Die Kirche für 1500 Gläubige war reich ausgestattet, zahlreiche wohlhabende Gemeindemitglieder aus der Essener Unternehmer- und Bürgerschaft hatten gestiftet.

Orth entwarf eine kompakte Hallenkirche mit flachem Querhaus und imponierendem Turm aus rotem Klinker mit Sandsteindekorationen, die sich an mittelalterlichen Vorbildern aus Italien und Norddeutschland orientierte. Sie folgte dem Wiesbadener Programm für eine Predigtkirche, die in dieser Form im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. 1951 war sie soweit wieder hergestellt, dass Gottesdienste in ihr gefeiert werden konnten. Der frühere Reichtum der Innenausstattung war verloren, so die Emporen. Nur das Altarkreuz blieb in der heute schlichten Ausstattung von der Ursprungsausstattung erhalten.

Auffällig ist dagegen außen das aus der Entstehungszeit erhalten gebliebene Mosaik über dem Haupteingang von E. Ringer. Es zeigt die Kreuztragung Jesu im Nazarenerstil und wurde von Henriette von Waldthausen aus einer der führenden Essener Bürgerfamilien gestiftet.

Seit 1987 ist die Kreuzeskirche, die das älteste Gebäude der nördlichen Innenstadt ist, ein Baudenkmal. Erhebliche Schäden an Sandstein-Elementen machten 1994 eine Gebäudesanierung erforderlich. Seitdem wird der Kirchbau von dem „Forum Kreuzeskirche“, einer privaten Initiative von Bürgern der Stadt Essen auch für diverse Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte genutzt, was durch die Schuke-Orgel, die mit 4 Manualen und 70 Registern mit Abstand die größte Orgel in einer evangelischen Kirche in Essen ist, ermöglicht wurde.

2013 wurde das Kirchengebäude zu einem symbolischen Preis an einen Essener Bauunternehmer veräußert, der mit öffentlicher Förderung seit Anfang 2014 das Gebäude restauriert und im Inneren zu einem Veranstaltungsraum ausbaut. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Kreuzeskirche weiterhin für die kirchliche Nutzung durch die Gemeinde und zusätzlich für Ausstellungen und Konzerte zur Verfügung stehen.

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Kontakt & Infos

Kreuzeskirche Essen
Kreuzeskirchstr. 16
45127 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 891539-0

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 101, 105 oder 106 bis "Rheinischer Platz", dann 5 Minuten Fußweg