Liebfrauenkirche Duisburg

Liebfrauenkirche. Foto: RIK / R. Budde

Die Liebfrauenkirche wurde 1958-1960 als Nachfolgebau der 1942 zerstörten alten Pfarrkirche gebaut, die an zentraler Stelle neben der mittelalterlichen, evangelischen Salvatorkirche stand. Die jetzige Kirche befindet sich im Zentrum Duisburgs, in unmittelbarer Nähe von Landgericht, Theater und dem neuen City-Palais.

Sie ist von dem Architekten Dr. Toni Hermanns (1915-2007) aus Kleve im Stil des "Brutalismus", also in Betonarchitektur errichtet und gilt als typisches Beispiel für die Architektur der späten 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sie verfügt über eine Ober- und Unterkirche. Die Oberkirche besteht aus drei weitläufigen Kirchenschiffen und wird durch kristallin gebrochene Plexiglasfenster beleuchtet.Die Unterkirche ist ein kleinerer Andachtsraum. Die Inneneinrichtung des Gotteshauses setzt sich aus geretteten Einrichtungsgegenständen der kriegszerstörten Vorgängerkirche und aus Exponaten aus dem Pavillon des Vatikans auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel zusammen. Zu letzteren zählt auch der Altar mit Baldachin und Kreuz. An der Hauptfassade befindet sich ein Sandsteinrelief des Bildhauers Karl-Heinz-Türk aus Nürtlingen, dass die Gottesbegegnung von Moses im brennenden Dornbusch zeigt.

Im Rahmen der Reformen und des Schrumpfungsprozesses im Bistum Essen wurde die Kirche mit anderen Gemeinden in Duisburg-Mitte zusammengelegt und das Gebäude von der katholischen Kirche aufgegeben. Ihm drohte ähnlich wie der Mercatorhalle der Abriss. Zu ihrer Rettung gründete die Liebfrauengemeinde zusammen mit Unternehmern, Vertretern von Stiftungen und Privatpersonen - unter ihnen Alt-Oberbürgermeister Josef Krings - 2007 die Stiftung Brennender Dornbusch – benannt nach dem Relief an der Hauptfassade. Weitere Gelder kamen u.a. vom Land NRW und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die 2009 profanierte Oberkirche wird in ein Kunst- und Kulturzentrum, nicht zuletzt des interreligiösen Dialogs, umgewandelt. Als erste große Ausstellung fand im September 2013 hier die Städtebau-Ausstellung "Dynamik + Wandel - Zur Entwicklung der Städte am Rhein 1910-2012" statt. Die Unterkirche steht weiterhin für Gottesdienste zur Verfügung. Der Umbau wird vom Architekten Prof. Hannes Hermanns, dem Sohn des Erbauers, gestaltet.

Dieser Erhalt eines Kirchengebäudes, das von der Amtskirche aufgegeben wurde, durch bürgerschaftliches Engagement, ist das erste dieser Art im Ruhrgebiet.

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Kontakt & Infos

Liebfrauenkirche, Duisburg
König-Heinrich-Platz
47051 Duisburg

Öffnungszeiten

Zugänglichkeit der Unterkirche: werktägl. von 9.00-18.00 Uhr, Oberkirche profanisiert

ÖPNV

Von Duisburg Hbf 10 Minuten Fußweg oder mit Bus 934 bis "Stadttheater"

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