Lutherkirche DO-Asseln

Lutherkirche. Foto: RIK / R. Budde
Lutherkirche. Foto: RIK / R. Budde

Die Kirche in Asseln weist bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die erste steinerne Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde mit einem älteren spätromanischen Wehrturm verbunden, der fortan auch als Glockenturm fungierte. Nach der 1560 eingeführten Reformation wurde die Kirche umgebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie zu klein, weil durch die Zeche Holstein viele Arbeiter zuzogen. Wegen des schlechten baulichen Zustands beschloss die Kirchengemeinde den Abriss, aber aufgrund einer Forderung des Provinzial-Landeskonservators verlangte die vorgesetzte kirchliche Behörde aus Münster, dass der spätromanische Turm und der alte Chorraum erhalten werden müsse.

Diese Vorgaben setzte der Hagener Architekt Gustav Mucke um, als er zwischen 1904 und 1906 das neue Kirchenschiff als kreuzförmige Saalkirche zwischen Turm und alten Chorraum setzte. der barocke Altar der alten Dorfkirche wurde in der separaten Kapelle untergebracht, die sich im alten Chorraum befindet.

Stilistisch glich er das neue Kirchenschiff der Frühgotik an und verkleidete den gesamten Bau von außen mit Werksteinen, so dass die mittelalterlichen Teile kaum noch als solche zu erkennen sind. Der alte Turm erhielt einen neuen Turmhelm und erreicht damit eine Höhe von 67 Metern.

Die Ausgestaltung als kreuzförmige Saalkirche folgte dem theologischen Programm, die Kirche als Versammlungshaus der Gläubigen zu gestalten. Ungewöhnlich für eine evangelische Kirche ist die umfangreiche Ausmalung im Jugendstil des Kirchenmalers Otto F. Berg, die mit Glasmalereien und Fresken eine Reihe der Heilsverkünder zeigt, angefangen von Moses und weiteren alttestamentarischen Propheten über die Apostel und Evangelisten bis zum Reformator Martin Luther, aber auch seinem Vorläufer Jan Hus und dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf aus dem 30-jährigen Krieg als Verteidiger des Protestantismus. In den Glasmalereien wird das Erlösungswerk Christi breit dargestellt, wobei die Fenster des Altarraums die drei höchsten christlichen Feste, Ostern, Weihnachten und Pfingsten zeigen. Altar, Kanzel und Taufstein bestehen aus französischem Kalkstein; die Altarwand zeigt das Abendmahl mit nur elf Jüngern.

Anfang der 1970er Jahre beriet das Presbyterium über eine Renovierung der Kirche, aber man konnte sich nicht einigen, ob man das Inneren weiß tünchen und modernisieren oder das Alte erhalten solle. So passierte sieben Jahre lang nichts, bis sich die „Erhalter“ durchgesetzt hatten und zwischen 1980 und 1982 der Innenraum komplett bei weitgehender Erhaltung des Originalzustandes renoviert wurde. So ist eines der wenigen Beispiele in Westfalen einer evangelischen Kirche im Historismus mit Jugendstilmalereien zu besichtigen.

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Kontakt & Infos

Lutherkirche
Asselner Hellweg 118a
44319 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 / 27053-0

Öffnungszeiten

Mi 16–18 Uhr und nach Absprache

Kirchenführung: Susan Reckermann
Tel. 0231 / 285967
sreckermann(at)t-online.de

ÖPNV

Von Hst. "Kampstraße" (Do-Mitte) mit U-Stadtbahn U43 bis "Am Hagedorn" oder vom S-Bahnhof "Dortmund-Asseln Mitte" 10 Minuten Fußweg