Nicolaikirche Dortmund

Nicolaikirche. Foto: RIK / R. Budde
Nicolaikirche. Foto: RIK / R. Budde

1908 begann die Geschichte der heutigen St. Nicolai-Kirche mit der Gründung eines Kirchenbauvereins für den wachsenden Westbezirk Dortmunds. Sie hatte einen Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert, von dem nichts mehr existiert.

1913 wollte man mit dem Bau beginnen, aber der 1. Weltkrieg verhinderte es. Danach vernichtete die Inflation die gesammelten Gelder; so dass erst 1925 der Kirchbauverein seine Arbeit wieder aufnahm. 1927 gewannen die Dortmunder Architekten Karl Pinno und Peter Grund den ausgeschriebenen Wettbewerb, aber ihr Entwurf stieß auf vehemente Ablehnung bei der oberen Kirchenleitung. Der Generalsuperintendent Dr. Zoellner ließ sogar einen Gegenentwurf anfertigen, doch Presbyterium und Pfarrer blieben bei ihrer Entscheidung. So entstand 1929 aus Glas, Stahl und Beton im Stil des „Neuen Bauens“ eine „moderne Kirche in der Großstadt" als frühes Beispiel des evangelischen „sachlichen Bauens“. Das findet sich in ihrer Form und in der Architektur wieder, denn sie ist die erste Kirche in Deutschland, die in einer Beton-Bauweise errichtet wurde. Auf ihrem Turm leuchtet weithin ein blaues Kreuz, das 1950 nach Kriegszerstörungen wieder hergestellt wurde. Auch in den folgenden Jahrzehnten mussten am Turm immer wieder Schäden beseitigt werden, das letzte Mal 2002.

Der Grundriss des Kirchbaus ist ein Trapez, das auf den Chor mit Altar, Kreuz und das dahinter befindliche große Glasfenster hin zuläuft. Vor dem durch Stufen erhöhten Chorraum befindet sich die Kanzel. Vor das hohe und helle Kirchenschiff, dem Ort der Gemeinde, ist ein Querriegel als Eingangsraum gestellt, in dem sich auch die Taufkapelle befindet. Das Kirchenschiff wird von kräftigen Stahlbeton-Rahmenbindern gegliedert, die von unten nach oben breiter werden und so zum Symbol werden für die Vergeistigung und den Weg von der Erde zu Gott weisen. Die Zwischenwände bestehen aus Glas, so dass Licht und Transparenz zu den vorherrschenden Gestaltungsprinzipien werden. Die ursprüngliche Verglasung fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer, und die neue von 1963 des Glaskünstlers Gottfried von Stockhausen ist dunkler als die ursprüngliche und taucht den Kirchenraum in ein geheimnisvolles blaues Licht.

Das Kirchengebäude ist mit dem Straßenraum durch eine Pergola verbunden, die gleichzeitig vom „Profanen“ zum „Sakralen“ überleitet. In den letzten Jahren wird die St. Nicolai-Kirche wegen ihres Raums ohne störende Säulen als Veranstaltungsort für Konzerte genutzt, nachdem die Gemeinde 2007 mit der Nachbarpfarre St. Petri fusioniert war.

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Kontakt & Infos

Nicolaikirche
Lindemannstraße 70
44139 Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 / 10 26-40

Öffnungszeiten

nach Absprache

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit Bus 452 oder 453 bis "Kreuzstraße"