Schutzengelkirche, E-Frillendorf

Zu den heiligen Schutzengeln. Foto: RIK / R. Budde

Die Schutzengelkirche aus den frühen 1920er Jahren ist der erste Kirchenneubau im damaligen Erzbistum Köln, der nicht im neugotischen oder neuromanischen Stil errichtet worden ist. Ihr Architekt ist Prof. Edmund Körner, der in Essen auch die (Alte) Synagoge und die damalige Börse, das heutige Haus der Technik, erbaute.

Von außen erinnert der rundliche Bau in Ziegelsteinbauweise nicht unbedingt an eine Kirche, sondern ähnelt dem Frillendorfer Wasserturm auf der anderen Straßenseite. Sein ungewöhnlicher Stil im 'Ziegelsteinexpressionismus' hat schon vor der Vollendung des Bauwerkes ganze Scharen von interessierten Besuchern angezogen.

Der Bergbau ließ um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Einwohnerzahl Frillendorfs stark wachsen, parallel dazu verlief eine rege Bautätigkeit. An dieser Boomstimmung waren auch die Katholiken beteiligt; 1902 gründeten sie einen Kirchbauverein und dachte schon an eine Lösung von der St. Nikolaus-Pfarrei in Stoppenberg. Aber es dauerte noch bis 1918, als gleichzeitig mit einer Notkirche im Saal der Gaststätte Bein ein eigenständiger Seelsorgebezirk entstand, der zwei Jahre später schon 1920 zur Pfarrei erhoben wurde.

1923 konnte die neue Pfarrei den Grundstein für die Schutzengel-Kirche legen. Konzipiert war die Kirche als eine 'christozentrische Gesamtanlage', der eine seelsorglich sehr fortschrittliche Auffassung zugrunde lag. Der elliptische Grundriss mit den sechs angelagerten, halbkreisförmigen Kapellen ist an die Kirche St. Gereon in Köln angelehnt. Es schließen sich der zweigeschossige Eingangsbau mit Vorhalle und Orgelempore, sowie der durch den Turm überhöhte sechseckige Chor an Mittelpunkt dieses Gemeindezentrums sollte das Tabernakel auf dem Hochaltar sein. Der ovale etwa 30m lange und 23 m breite Raum wird von einer 15 m hohen Kuppel überspannt, die auf 8 Pfeilerpaaren ruht.

Die erste Messe feierte die Gemeinde Weihnachten 1924, aber da war noch nicht einmal der Rohbau ganz fertig und die Seitenkapellen waren durch Sackleinen abgetrennt. Geldmangel bremste den Weiterbau der Kirche und noch bevor sie fertiggestellt war, traten erste Bergschäden auf. Dann kamen Kriegsschäden dazu und immer wieder Bergschäden. So weist der Bau heute von der äußersten rechten bis zur äußerstes linken Wand eine Schräglage von ca. 60 cm auf. Erst 1957/58 kam der Bau mit dem Turm nach den Plänen Körners zum Abschluss. Von ihm stammen auch die Engelskulpturen im Jugendstil vor den Mittelträgern der Fenster.

Bei der nachkonziliaren Innenraumrenovierung 1968 wurden der wuchtige Hochaltar und vier Seitenaltäre abgebrochen. Die jetzige Farbgestaltung stammt aus der letzten großen Renovierung 1988/89

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Kontakt & Infos

Filialkirche Heilige Schutzengel, Essen-Frillendorf
Auf der Litten 67
45139 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 89916-0

Öffnungszeiten

jeweils am 1. Sonntag im Monat von 11.00 - 13.00 Uhr.

Kontakt für Kirchenführung:
Pfarrbüro St. Nikolaus, Essener Str. 4, 45141 Essen,
Tel.: +49 (0)201.89916-0
oder: Peter Valerius, Tel. +49 (0)201.293263
p.valerius(at)arcor.de

 

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Bus 154 bis "Hubertstraße"