St. Antonius-Kirche Neukirchen-Vluyn

St. Antonius. Foto: Bärbel Klein

Die St. Antonius-Kirche in Vluyn ist der jüngste katholische Kirchenbau im Ruhrgebiet. Sie teilt das wichtigste Charakteristikum der Ruhrgebietskirchen: Zuwanderer machten ihren Bau notwendig.

Nach der Reformation wurde erstmals 1946 (!) wieder ein katholischer Gottesdienst in Vluyn gehalten - in der ehemaligen Klutenschen Fabrik. Eine kleine Notkirche wurde 1953 gebaut.

1963 kaufte das Generalvikariat Münster ein Grundstück, weil die Notkirche nicht stabil gebaut war. Die Planungen stockten, da die Gemeinde nur 2000 Mitglieder zählte. Durch Zuzug aus der Ukraine, Polen und Ungarn wuchs die Gemeinde bis Anfang der 1990er Jahre auf über 3500 Mitglieder. Als sich dann noch der Dachstuhl als morsch erwies, begannen ab 1990 neue Planungen, 19 Gemeindemitglieder gründeten einen Kirchbauverein, und ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Die Entscheidung für einen Neubau auch als „Zeichen gegen die Verdunstung des Glaubens in der modernen Gesellschaft“ war gefallen.

Einsprüche von Nachbarn gegen den geplanten Turm verzögerten die Baugenehmigung um ein Jahr. Am 26.10.1997 weihte der Münsteraner Bischof Lettmann die neue Kirche ein.

Von den Kosten von 5,51 Mio DM übernahm das Bistum Münster den Löwenanteil von 5 Mio. DM, den Rest von 510.000 DM musste die Gemeinde als Eigenanteil selbst aufbringen. 250.000 DM davon bestritt sie durch Kollekten, Spenden, Kirchfeste, Tombolen u.ä.; 260.000 DM kamen durch die Bebauung eines kircheneigenen Grundstücks, das die Stadt dafür von Ackerland in Bauland umwidmete.

Die Kirche wurde vom Architektenteam Prof. Baumewerd /Eling aus Stahlbeton gebaut mit frei im Kirchenraum stehenden Stahlrohrrundstützen. Er interpretierte das Bauwerk folgendermaßen: Altar, Wände und Dach als die drei bestimmenden Elemente bilden eine Einheit. Der Altar ist wie ein Samen, die Mauern wie Schalen und die Gemeinde wie eine Frucht. Der Grundriss ist ein Oval, in das der Altar hineingezogen ist. Von der Säule hinter ihm breitet sich das Dach wie ein Schutz aus. Die Wände aus Beton sind um die Gemeindebänke gelegt, die im Halbkreis um den Altar angeordnet sind. Der ganze Bau ist auf den Altar ausgerichtet; er erhält am meisten Licht durch das Oberlicht. Die Säule weist nach oben. Das Dach verweist auf die Form des Quells, den Regen sammelnde Zisterne oder einer Baumkrone. Die Wand ist wie eine Haut. Die Bildwände hinter dem Altar symbolisieren die „Schwelle zum Ewigen“.

Um die Zentralität des Altars nicht zu gefährden, wurde auf den Ambo verzichtet; der Altartisch übernimmt auch seine Funktion der Verkündigung des Wortes

Der zentrale Eingangsbereich verfügt über einen 21m hohen Glockenturm.

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Kontakt & Infos

St. Antonius-Kirche
Rayener Kirchweg
47506 Neukirchen-Vluyn
Telefon: +49 (0) 2845 / 26-37

Öffnungszeiten

nach Absprache

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (Osteingang) oder Moers Bahnhof mit Bus 929 bis "Vluyner Nordring"