St. Mauritius-Kirche

St. Mauritius. Foto: RIK / R. Budde

Die neugotische dreischiffige Hallenkirche St. Mauritius zählt zu den frühen, dem Bevölkerungswachstum geschuldeten Kirchen im Ruhrgebiet.

Sie blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück und wurde 1147 urkundlich erstmals als Besitz der Abtei Deutz erwähnt. Im Jahr 1823 zählten zu der Pfarrei mit 2600 Katholiken in sieben Ortschaften auf 30 qkm, u.a. neben Niederwenigern Altendorf (heute Essen-Burgaltendorf), Byfang und Hinsbeck (heute Essen-Kupferdreh). 1858 beschloss die Pfarrei einen Kirchenneubau, weil der bauliche Zustand der alten Kirche sehr schlecht war und ihre Kapazität für die wachsende Bevölkerung nicht mehr reichte. Das notwendige Kapital kam durch Hauskollekten in der Gemeinde (Pfennigsverein) sowie Geldsammlungen in Westfalen und in der Rheinprovinz zusammen. Doch ließ man aus Geldmangel den alten, wehrhaften Turm aus dem 12. Jahrhundert stehen, der Anfang des 19. Jahrhunderts um das oberste Stockwerk und einen Turmhelm ergänzt worden war und bis heute die alten Glocken von 1500-1706 trägt. Als Architekt gewann man Friedrich Schmidt, seit 1843 an der Kölner Dombauhütte beschäftigt und später Dombaumeister in Wien. 1861 konnte der Paderborner Erzbischof Konrad Martin die neue Kirche einweihen.

Die Hallenkirche ist von außen seitlich durch je sechs Quergiebel aufgelockert; im Innern fallen die schlanken Rundpfeilern mit den schmale vorgelagerten Diensten auf, die das Kreuzrippengewölbe tragen. Von der neugotischen Ausstattung ist viel erhalten: der Hochaltar aus Tuffstein aus der Kölner Dombauhütte, Beichtstühle, Kreuzweg, Rosenkranzmadonna, Pietà , Bildtafeln und das Orgelwerk von 1879, dessen vollpneumatische Orgel aus dem Jahr 1913 von der Fa. Stahlhuth 2000 renoviert wurde. Aus der mittelalterlichen Vorgängerkirche übernahm man den spätromanischen Taufstein und romanische Kapitelle, die nun den Altartisch tragen.

Die drei Chorfenster sind neueren Datums. Der Werdener Künstler Wilhelm de Graaf gestaltete sie in den späten 1950er Jahren. Bei der letzten Renovierung 1998/1999 durch den Bochumer Architekten Klemens Link ist die Klarheit der neugotischen Linienführung des lichterfüllten Raumes durch die Ausmalung neu sichtbar geworden, welche die Formen und Farben aus dem Jahre 1907 restaurierte. Neustes Kunstwerk ist das Mahnmal des Düsseldorfers Bildhauer Bert Gerresheim für den aus Niederwenigern stammenden Bergmann und katholischen Journalisten Nikolaus Groß, der 2001 als Märtyrer wegen seines Widerstandes gegen das 3. Reich selig gesprochen wurde. Mehr erfährt man über ihn im gegenüber am Domplatz 2a gelegenen Nikolaus-Groß-Haus, das eine Dauerausstellung über sein Leben und Wirken zeigt.

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Kontakt & Infos

St. Mauritius-Kirche, HAT-Niederwenigern
Domplatz 2
45529 Hattingen
Telefon: +49 (0) 2324 / 4012-0

Öffnungszeiten

täglich ca. 10.00 bis 17.00 Uhr

ÖPNV

Vom S-Bahnhof Hattingen Mitte bzw. vom S-Bahnhof Essen-Kupferdreh mit Bus 141 bis "Niederwenigern Krankenhaus"